Pädagogisches Konzept für die Kita Walle

 

Vorwort

Teil 1  Grundpfeiler unserer pädagogischen Arbeit in der Pusteblume                       
1.1  Erziehungspartnerschaft mit den Eltern
1.2 Flexibilität
1.3 Fachlichkeit
1.4 Individualität und Vielfalt
1.5 Gesundheit
1.6 Bildung

Teil 2  Die pädagogische Arbeit in der Pusteblume
2.1 pädagogische Schwerpunkte in Krippe und Kindergarten auf Grundlage des niedersächsischen Bildungs- und Orientierungsplans
2.2 Das Kind in der Kita/Krippe
2.2.1 Was brauchen Kinder in der Krippe bzw. im Kindergarten
2.2.2 Die Eingewöhnung – der Start in einen neuen Lebensabschnitt
2.2.3 Übergänge
2.2.4 Beobachtung/Entwicklungsdokumentation
2.2.5 Inklusion

Teil 3  Die Einrichtung
3.1 Der Trägerverei
3.2   Organisation der Einrichtung
3.2.1 Räumlichkeiten
3.2.2 Gruppen/Öffnungszeiten
3.2.3 Aufnahmekriterien
3.2.4 Tarife
3.2.5 Personal
3.2.6 Schweigepflicht
3.2.7 Kündigung
3.3 Kooperation/Vernetzung

Schlusswort




Vowort

Der Verein „Kinderzentrum Pusteblume Schwülper e.V.“ wurde von uns im Jahr 2006 als Trägerverein für unsere erste Krippengruppe gegründet.

Der Aufbau, die Konzeptionierung und der Start mit der Eröffnung der Gruppe im September 2006 war für uns Gründerinnen ein Lebensprojekt und eine Herzensangelegenheit. Alle vier Gründerinnen arbeiten bis heute mit viel Engagement in der „Pusteblume“.

Mittlerweile sind wir zu einem größeren lokalen Arbeitgeber in der Gemeinde Schwülper geworden. Beinahe die Hälfte unserer MitarbeiterInnen lebt im näheren Umkreis und in der Samtgemeinde Papenteich, allein 11 davon in der Gemeinde Schwülper. Für uns und viele andere, die mit den Jahren als Kolleginnen und Kollegen dazugekommen sind, ist es nicht nur irgendein Job, sondern „unsere PUSTEBLUME“.

Unser Leitgedanke

Das Wohl der uns anvertrauten Kinder ist für uns in all unseren Handlungen das oberste Entscheidungskriterium. § 1 Abs. 1 SGB VIII bestimmt unseren Leitgedanken, dem das Recht jedes Kindes auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zugrunde liegt. Im niedersächsischen Gesetz der Tageseinrichtungen wird in §§2 und 3 des SGB VIII der eigene Bildungs- und Erziehungsauftrag genannt. Im Bildungs- und Orientierungsplan des Landes Niedersachsen wird der Konsens, der hinsichtlich des Bildungsauftrags existiert, landesweit zu einem Rahmen für einrichtungsspezifische Konzeptionen. Wir sehen uns verpflichtet, gesicherte Qualität für alle anzubieten, unabhängig von individuellen Merkmalen wie Geschlecht, soziale Zugehörigkeit, ökonomischen Voraussetzungen, Herkunft, Sprache und Religion. Diversity (Vielfältigkeit) sehen wir als wertvolle Ressource, die sich in unseren pädagogischen Grundsätzen auch mit inklusiven Werten und Prinzipien wiederfindet. Großen Wert legen wir auf einen respektvollen Umgang miteinander, unterschiedlicher Kulturen, Religionen und Lebensformen.

Wir haben uns in den vergangenen 11 Jahren hauptsächlich mit der Krippenpädagogik beschäftigt und in dieser Zeit sieben Krippengruppen eröffnet. Allerdings haben wir durch die Gründung und Eröffnung des Waldkindergartens „Okerfüchse“ auch die Kindergarten-und Vorschulpädagogik mit in unser Repertoire aufgenommen und unsere Wertevorstellungen und Grundsätze auch bei der Konzeption dieses Kindergartens zugrunde gelegt.

Diese haben wir auch bei der Erarbeitung der vorliegenden Konzeption beherzigt und auf dieser Grundlage ein Konzept entwickelt, wie wir uns als freier, selbstverwalteter, lokaler Träger (mit den Alleinstellungsmerkmalen des Elterninitiativcharakters, des partnerschaftlichen Miteinanders mit den Familien und dem hohen Maß an Flexibilität) eine Gemeinschaftseinrichtung von Krippe und Kindergarten am Standort Walle denken. Unsere Ideen und Vorstellungen sind sicherlich noch nicht alle praxiserprobt und werden sich im Laufe der Zeit verändern und an die Gegebenheiten anpassen. Aber so können wir uns den Betrieb der großen Kindertagesstätte vorstellen und sind bereit, uns den für uns neuen Herausforderungen mit Neugier, Freude, Engagement und einem hohen Maß an Fachlichkeit zu stellen!



1. Grundpfeiler unserer pädagogischen Arbeit in der PUSTEBLUME

Die pädagogische Arbeit in der Kindertagesstätte PUSTEBLUME Walle unter Trägerschaft des Vereins „Kinderzentrum Pusteblume Schwülper e.V.“ , (im folgenden „Pusteblume“ genannt) ,basiert - wie in allen Einrichtungen des Trägers - auf einigen wesentlichen Grundpfeilern:


1.1 Erziehungspartnerschaft mit den Eltern

Gemeinsam mit den Eltern haben wir für einige Jahre die Aufgabe übernommen, ihre Kinder auf einem bestimmten Lebensabschnitt zu begleiten. Dies geht nur auf der Basis gegenseitigen Vertrauens. Aus diesem Grund ist die gute und partnerschaftliche, auf gegenseitigem Vertrauen beruhende Zusammenarbeit mit den Eltern für uns ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Arbeit.

Die Eltern sind die ersten und wichtigsten Bezugspersonen im Leben eines Kindes. Mit dem Eintritt in die Krippe oder in den Kindergarten kommt für das Kind eine weitere wichtige Beziehungs-und Bildungsinstanz hinzu, in der es einen großen Teil des Tages verbringt. Kinder im Krippen- und/oder Kindergartenalter durchlaufen ständige große Entwicklungsphasen, deshalb ist ein guter, intensiver Austausch mit den Eltern in Form einer Erziehungspartnerschaft sehr wichtig.

Grundlagen für ein partnerschaftliches Miteinander

1. eine vertrauensvolle Atmosphäre.
Wir bieten den Eltern das „Du“ an, da wir damit in den vergangenen Jahren ausschließlich sehr gute Erfahrungen gemacht haben. Durch die vertrauliche Ansprache wird eine Gesprächskultur gefördert, die von Offenheit, Fairness und Vertrauen geprägt ist. Wenn die Eltern uns mit einem guten Grundgefühl ihr Kind anvertrauen, überträgt sich dieses Grundgefühl auf ihr Kind, es kann entspannt ankommen und die Kita als schönes zweites „Zuhause auf Zeit“ erleben.

2. Gegenseitige Akzeptanz und Wertschätzung.
Eltern werden von uns als Experten für ihre Familie, ihr Kind und das Umfeld, in dem es aufwächst, respektiert. Desgleichen möchten wir von den Eltern als Experten für pädagogisches Fachwissen wahrgenommen werden. Durch regelmäßigen Austausch, ob in Tür-und Angelgesprächen beim Bringen und Holen oder in verabredeten Entwicklungsgesprächen, kann die Einschätzung der Entwicklung und des Wohlbefindens des Kindes abgeglichen und besprochen werden. Meinungsverschiedenheiten, Missverständnisse oder Konflikte sollten im Sinne der Kinder auf der Basis der gegenseitigen Wertschätzung einvernehmlich geklärt werden.

3. Transparenz.
Wir wollen die Eltern jederzeit umfassend über das Geschehen in der Kita informieren und sie dadurch an dieser Lebenswelt ihres Kindes teilhaben lassen. Auf Tages- und/oder Wochenplänen oder in den Übergabegesprächen erfahren die Eltern, was ihr Kind in der Kita erlebt hat. Wichtige Informationen werden an den Infowänden ausgehängt oder an die Familien verteilt. Das pädagogische Konzept ist für alle Eltern zugänglich und einsehbar. Auf unserer Homepage wird umfassend über die Einrichtung informiert. Am Ende des Kita- Jahres erhalten alle Eltern eine Foto-CD mit vielen Fotos aus dem bunten, erlebnisreichen Alltag ihrer Kinder in der Kita. Fotos von besonderen Ereignissen werden auf Plakatwänden ausgehängt. 2x im Jahr erhalten alle Familien einen Elternbrief, d.h. eine Broschüre mit Informationen, Berichten aus dem Alltag, Fotos, Anekdoten etc. Am Ende der Kita-Zeit erhält jedes Kind ein „Ich-Buch“, in dem der „Werdegang“ fotografisch dokumentiert ist, außerdem finden Basteleien und Bilder dort ihren Platz und bieten dem Kind und auch den Eltern eine schöne Erinnerung an die Zeit in der PUSTEBLUME.

4. Austausch.
Am Morgen wird jedes Kind beim Ankommen von einer Mitarbeiterin/einem Mitarbeiter begrüßt und in der Garderobe abgeholt. Dabei informieren die Eltern über Dinge, die für die MitarbeiterInnen wichtig sein könnten (wie war die Nacht? Gesundheitszustand, besondere Vorkommnisse…) Beim Abholen findet dann wiederum ein informelles Übergabegespräch statt, in dem die Eltern darüber in Kenntnis gesetzt werden, was ihr Kind am Tag so erlebt hat. Für intensiveren Austausch bieten wir regelmäßige Gesprächstermine an. In diesen Entwicklungsgesprächen tauschen wir uns mit den Eltern über den Entwicklungs- stand des Kindes aus und können bei Problemen gemeinsam nach Lösungen suchen. 1-2x im Jahr finden Elternabende statt, außerdem gibt es gesonderte Elternabende für die Eltern der Vorschulkinder und hin und wieder öffentliche Informationsabende zu Fachthemen.

5. Partizipation.
Unser Anspruch ist es, dass Eltern sich im Idealfall in der Kita genauso wohl fühlen wie ihr Kind. Sie können gerne zwischendurch nach Absprache hospitieren und einen Tag mit uns verbringen. Eltern haben die Möglichkeit, über die Mitgliedschaft in unserem Trägerverein aktiver Bestandteil der PUSTEBLUME zu werden. Die Vereinsmitgliedschaft ist nicht verpflichtend, wir freuen uns aber über jedes neue Mitglied. Am Anfang des Kindergartenjahres findet ein Elternabend statt, an dem in allen Gruppen die Elternvertreter gewählt werden. Aus den Elternvertretern wird ein Beirat gebildet, der als Beratungsgremium in organisatorischen oder konzeptionellen Fragen fungieren kann und in Entscheidungsprozesse mit einbezogen wird. Eltern übernehmen bei uns auch kleinere Dienste, zb. Mithilfe bei Festen oder beim Weihnachtsmarktstand. Des Weiteren finden 2xjährlich an einem Samstag Arbeitseinsätze statt, in der gemeinsam anfallende Arbeiten rund um Haus und Garten verrichtet werden

6. Gemeinsame Feste und Feiern.
Sehr gerne begrüßen wir die Eltern und Familien unserer Kinder bei uns in der Einrichtung. Gemeinsame Feste werden von allen Beteiligten als willkommener Anlass genommen, sich in entspannter Atmosphäre zu begegnen, auszutauschen, miteinander zu feiern, den Familien unsere Arbeit und unseren Alltag mit ihren Kindern ein Stück näher zu bringen und sie an der Kita-Atmosphäre teilhaben zu lassen.

Dreimal im Jahr gibt es feste Anlässe zum Feiern:

•  Am Ende des Kindergartenjahres feiern wir in den Gruppen bzw. Standorten mit den Kindern und den Angehörigen ein Sommerfest, an welchem wir uns gleichzeitig von den Kindern + Eltern verabschieden, die nach dem Sommer in eine andere Kita oder in die Schule wechseln. Das Sommerfest kann auch in Form eines Ausflugs o.ä. erfolgen.

•  Anfang November feiern wir – diesmal mit allen Gruppen der PUSTEBLUME gemeinsam – das Laternenfest, an dem die Kinder ihre selbstgebastelten Laternen präsentieren dürfen. Nach einem mehr oder weniger langen Laternenumzug mit der Feuerwehr gibt es noch Brötchen, Würstchen und Kinderpunsch für alle.

•  In der Adventszeit backen wir sehr gerne mit den Kindern Plätzchen und laden dann die Eltern und Geschwister zum gemütlichen und besinnlichen Kekseknabbern ein.

 

1.2  Flexibilität

Im Sinne der Kinder, der Eltern und deren optimaler Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben wir es uns bereits bei Gründung unserer ersten Gruppe zum Ziel gesetzt, den Eltern im Rahmen unserer Möglichkeiten ein hohes Maß an Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Betreuungszeiten zu ermöglichen. Insbesondere für die Eltern unserer Krippenkinder besteht die Möglichkeit, die gebuchten Zeiten in der Pusteblume an den konkreten Bedarf anzupassen. Dies bedeutet: Eltern haben die Möglichkeit, an den einzelnen Wochentagen unterschiedliche Zeiten zu buchen, somit müssen sie sich z.B. nicht auf einen Ganztagesplatz festlegen, wenn sie diesen nur an zwei Tagen in der Woche nutzen. Verträge können jederzeit zum Monatsende oder zur Monatsmitte verändert und an andere Bedarfe angepasst werden. Die gebuchten Stunden können auch auf weniger als fünf Wochentage verteilt werden, etwa wenn Eltern Teilzeit arbeiten und einen Tag in der Woche mit ihrem Kind verbringen wollen. Zusatzstundenkontingente können jederzeit dazugekauft werden, um kurzfristige Mehrbetreuungs- zeiten abdecken zu können. Natürlich sind dieser Flexibilität auch Grenzen gesetzt (20 Stunden pro Woche müssen gebucht werden; Stunden können nicht beliebig geschoben werden, sondern es muss ein fester Wochenzeitplan vereinbart werden; …), aber die Eltern wissen diese Möglichkeit der variablen Zeitengestaltung sehr zu schätzen, da sie ihnen eine optimale Ausnutzung der Arbeitszeit und der Zeit mit ihrem Kind ermöglicht.

Im Kindergarten ist es aus Gründen der Gruppenkonstanz gewünscht, dass die Kinder an fünf Tagen in der Woche die Kita besuchen. Doch auch hier haben Eltern die Möglichkeit (wenn auch einge- schränkter als im Krippenbereich), die Zeiten an den einzelnen Tagen zu variieren. Ebenso gibt es auch hier die Möglichkeit, Zusatzstunden zu kaufen, um flexibel, unbürokratisch und schnell auf kurzfristige Situationen reagieren zu können.


1.3  Fachlichkeit

Im Sinne der Kinder, der Eltern und deren optimaler Vereinbarkeit von Familie und Beruf haben wir es uns bereits bei Gründung unserer ersten Gruppe zum Ziel gesetzt, den Eltern im Rahmen unserer Möglichkeiten ein hohes Maß an Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Betreuungszeiten zu ermöglichen. Insbesondere für die Eltern unserer Krippenkinder besteht die Möglichkeit, die gebuchten Zeiten in der Pusteblume an den konkreten Bedarf anzupassen. Dies bedeutet: Eltern haben die Möglichkeit, an den einzelnen Wochentagen unterschiedliche Zeiten zu buchen, somit müssen sie sich z.B. nicht auf einen Ganztagesplatz festlegen, wenn sie diesen nur an zwei Tagen in der Woche nutzen. Verträge können jederzeit zum Monatsende oder zur Monatsmitte verändert und an andere Bedarfe angepasst werden. Die gebuchten Stunden können auch auf weniger als fünf Wochentage verteilt werden, etwa wenn Eltern Teilzeit arbeiten und einen Tag in der Woche mit ihrem Kind verbringen wollen. Zusatzstundenkontingente können jederzeit dazugekauft werden, um kurzfristige Mehrbetreuungs- zeiten abdecken zu können. Natürlich sind dieser Flexibilität auch Grenzen gesetzt (20 Stunden pro Woche müssen gebucht werden; Stunden können nicht beliebig geschoben werden, sondern es muss ein fester Wochenzeitplan vereinbart werden; …), aber die Eltern wissen diese Möglichkeit der variablen Zeitengestaltung sehr zu schätzen, da sie ihnen eine optimale Ausnutzung der Arbeitszeit und der Zeit mit ihrem Kind ermöglicht.

Im Kindergarten ist es aus Gründen der Gruppenkonstanz gewünscht, dass die Kinder an fünf Tagen in der Woche die Kita besuchen. Doch auch hier haben Eltern die Möglichkeit (wenn auch einge- schränkter als im Krippenbereich), die Zeiten an den einzelnen Tagen zu variieren. Ebenso gibt es auch hier die Möglichkeit, Zusatzstunden zu kaufen, um flexibel, unbürokratisch und schnell auf kurzfristige Situationen reagieren zu können.

Fachlichkeit Die Fachlichkeit unserer MitarbeiterInnen – unabhängig von ihrer beruflichen Qualifikation – und die pädagogische Qualität unserer Arbeit wird bei uns sehr groß geschrieben. Dies beginnt bei den MitarbeiterInnen direkt: neue KollegInnen werden von uns mit einer Willkommensmappe in der „PUSTEBLUME-Familie“ begrüßt. Die Einarbeitung erfolgt durch die TeamkollegInnen, bei Fragen und Unsicherheiten stehen die Einrichtungsleitungen und auch die Vorstandsmitglieder jederzeit beratend zur Verfügung.

In den Teams arbeiten die MitarbeiterInnen sehr basisdemokratisch zusammen, die Hierarchie in den Gruppen wird bei uns absichtlich sehr gering gehalten, um allen gleichermaßen die Möglichkeiten zu geben, sich mit Ideen und Engagement und mit ihren Stärken und Kompetenzen in die Arbeit einzubringen und aktiv an Entscheidungen mitzuwirken. Jede/r übernimmt im Team bestimmte Aufgaben (z.B. Ich-Bücher, Essenskassen, Einkaufsplanung…) und damit auch Verantwortung im Team, so dass sich niemand etwa aufgrund von beruflicher Qualifikation oder Berufserfahrung zurückgesetzt fühlen muss. Es gibt regelmäßige Teambesprechungen, in denen Planungen stattfinden, Projekte besprochen werden, es kann sich ausgetauscht werden, Fragen und schwierige Situationen (z.B. auf einzelne Kinder oder Gruppenstrukturen bezogen) werden erörtert und Lösungsstrategien miteinander entwickelt. Des Weiteren werden die Entwicklungsdokumentationen für jedes Kind gemeinsam erstellt.

An den einzelnen Standorten finden gruppenübergreifend regelmäßig (i.d.R. einmal monatlich) gemeinsame Dienstbesprechungen statt, an denen standortrelevante Dinge besprochen werden. Die Zusammenarbeit der Teams innerhalb eines Standortes ist für uns ein wichtiger Faktor und konzeptionell verankert.

Etwa viermal pro Jahr gibt es Gruppenvertreter-Dienstbesprechungen, die mit der geschäftsführenden Leitung gemeinsam stattfinden. Zu dieser DB entsendet jede Gruppe eine/n Vertreter/in. Infos aus Leitungs-und Vorstandsebene werden hier an die GruppenvertreterInnen weitergegeben, diese tragen sie in ihre Teams weiter. Als weitere Instanz gibt es 3x pro Jahr eine große Dienstbesprechung, an der alle MitarbeiterInnen teilnehmen. Auch hier gibt es natürlich einen Infoblock, ansonsten werden aber vor allem inhaltliche Themen miteinander bearbeitet, es wird am Konzept gearbeitet, die jährlichen Belehrungen finden hier statt. Alle Teams sind mal an der Reihe, die große DB inhaltlich mit vorzubereiten und die Gesprächsführung und Protokollführung zu übernehmen. Ein Protokoll wird von jeder Dienstbesprechung erstellt und kann von allen MitarbeiterInnen jederzeit eingesehen werden.

Die Fort-und Weiterbildung unserer MitarbeiterInnen ist für uns sehr wichtig, eine kontinuierliche Fortbildung trägt immer zur Horizonterweiterung bei, gibt neue Impulse und Motivation und beugt der sogenannten „Betriebsblindheit“ vor. Zweimal im Jahr gibt es einen Studientag für die MitarbeiterInnen. Einer ist als klassischer Fortbildungstag für pädagogisch relevante Themen vorgesehen, an diesem Tag sind alle Gruppen geschlossen. Der andere Studientag dient der Teamfürsorge, d.h. die Teams haben die Möglichkeit, sich bei einer Klausurtagung mit sich und den Strukturen im Team zu beschäftigen, auch eine Teambegleitung ist möglich Alle MitarbeiterInnen werden ausdrücklich motiviert, sich für weitere Fortbildungen anzumelden, entsprechende Angebote werden offeriert, ausgehängt oder können den Fortbildungskatalogen (DEB, NIFBE, LK Gifhorn, Diakonie u.a.) entnommen werden. Viele MitarbeiterInnen kümmern sich auch eigenständig um Fortbildungen. Die Fortbildungskosten übernimmt i.d.R. der Arbeitgeber, Anfahrts- und Unterbringungskosten übernehmen die MitarbeiterInnen i.d.R. selber.

Vom Dachverband der Elterninitiativen BS e.V., bei dem der Verein „Pusteblume“ Mitglied ist, werden regelmäßig stattfindende Arbeitskreise angeboten (Fachkräftetreffen, kollegiale Fallberatung, Leitungstreffen, AK Naturpädagogik), an dem unsere MitarbeiterInnen nach Absprache teilnehmen können. Auch Pusteblume-intern haben wir Fachgruppen und Arbeitskreise gebildet, um thematisch miteinander zu arbeiten (Themen sind z.B. Sicherheitskonzepte, Praktikantenanleitung, Entwicklungs- dokumentation, …). Wir unterstützen auch MitarbeiterInnen, die an Langzeitfort- oder Weiterbildungen teilnehmen möchten.

Durch den Dachverband der Elterninitiativen BS (DEB) wird für alle MitarbeiterInnen bei Bedarf eine Fachberatung bereitgestellt. Auch ein Teamcoaching oder eine Teambegleitung kann über den DEB erfolgen, alternativ auch über externe Anbieter.

 

1.4  Individualität und Vielfalt

Jedes Kind ist eine eigenständige Persönlichkeit mit einzigartigen Fähigkeiten, Eigenschaften, Besonderheiten und Entwicklungsmöglichkeiten. Wir wollen jedes Kind in seiner Einzigartigkeit, annehmen, wertschätzen und fördern, unabhängig von Geschlecht, sozialer Zugehörigkeit, ökonomischen Voraussetzungen, Herkunft, Sprache und Religion. Wir wünschen uns eine Kultur des Miteinanders und der Inklusion (siehe auch Punkt 2.2.5), die von der Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt geprägt ist, da sowohl die Kinder und ihre Familien als auch die MitarbeiterInnen von dieser Vielfalt nur profitieren können. Zur optimalen Förderung des einzelnen Kindes wird seine Entwicklung ausführlich beobachtet, dokumentiert und mit den Eltern begleitet und besprochen. Übersteigen die Förderbedarfe unsere Möglichkeiten, kooperieren wir - auch hier immer in enger Absprache mit den Eltern - mit kompetenten Fachstellen wie z.B. der interdisziplinären Frühförderung und den Stützpädagogen des Landkreises Gifhorn, mit Erziehungsberatungsstellen, mit dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte etc.

 

1.5  Gesundheit

Die Gesundheit und das Wohlergehen der uns anvertrauten Kinder optimal zu fördern, ist unser Arbeitsauftrag und unser Ziel. Dabei spielen verschiedene Komponenten eine Rolle und sollen hier im Einzelnen Erwähnung finden:

  • Kranke Kinder in der Kita:
    Bei ansteckender Krankheit (hierzu zählen wir auch Kopfläuse u.ä.!) oder Fieber darf ein Kind nicht in die Einrichtung gebracht werden. Das Kind muss 24 Stunden frei von Symptomen sein, bevor es wieder in die Einrichtung kommen darf. Im Einzelfall darf auch die Annahme des Kindes am Morgen verweigert werden, wenn erkennbare Krankheitsanzeichen vorliegen. Erkrankt ein Kind während des Tages, werden die Eltern benachrichtigt und das Kind muss abgeholt werden. Die Eltern müssen der Einrichtung umgehend mitteilen, wenn bei ihrem Kind eine ansteckende Erkrankung vorliegt, damit ein Aushang in der Kita gemacht werden kann. Wir erwarten von den Eltern, dass sie das (notfalls auch schriftliche) „Okay“ des Kinderarztes einholen, bevor ihr Kind die Einrichtung wieder besuchen kann. Medikamente dürfen von den MitarbeiterInnen nicht oder nur nach Absprache in begründeten Ausnahmefällen verabreicht werden. Hierzu gibt es ein genaues Verfahren, welches in einer Vereinbarung festgelegt wurde und von allen Eltern bei Vertragsabschluss unterschrieben wird. Sollte ein Kind schwerer verunfallen, ist die Einrichtungsleitung berechtigt bzw. verpflichtet, einen Arzt zu rufen. Die Eltern werden umgehend benachrichtigt. Im Interesse aller Kinder und Familien sind die MitarbeiterInnen angehalten, auf die Einhaltung des Reglements zu achten.
    Die Kinder sind über die Landesunfallkasse Hannover versichert.

  • Erste Hilfe:
    Die Einrichtung ist unter hohen Sicherheitsstandards konzipiert, um das Unfallrisiko möglichst gering zu halten. Trotzdem lassen sich kleinere Unfälle und Verletzungen nie ganz vermeiden. Unsere MitarbeiterInnen werden deshalb regelmäßig zum Thema „Erste Hilfe in Bildungs- und Betreuungseinrichtungen“ geschult und dadurch in die Lage versetzt, schnell und korrekt helfen zu können.

  • Hygiene/Körperpflege:
    Für jede Einrichtung der Pusteblume wird ein ausführliches Hygienekonzept entwickelt, welches den Anforderungen und Vorschriften für Kitas entspricht. Insbesondere im Krippenbereich wird auf die Einhaltung von hygienischen Vorschriften – etwa bei der Intimpflege der Kinder – besonderer Wert gelegt. Alle MitarbeiterInnen sind zur Beachtung der Handhygiene angehalten. Des Weiteren erwarten wir von allen MitarbeiterInnen, dass sie zu Beginn ihrer Tätigkeit bei der „Pusteblume“ an einer Hygienebelehrung des Gesundheitsamtes teilnehmen oder einen entsprechenden Nachweis erbringen. Eine jährliche Belehrung zu Themen aus dem Infektionsschutzgesetz erfolgt auf der großen Dienstbesprechung durch den Vorstand.

    Das regelmäßige Händewaschen mit den Kindern ist Bestandteil des Kitaalltags: vor und nach dem Essen waschen wir mit den Kindern die Hände, die größeren Kinder erledigen dies bereits selbsttätig. Nach dem Mittagessen putzen alle Kinder ihre Zähne, die Kleineren lernen zumindest das Ritual kennen, auch wenn das Putzen noch nicht so effektiv ist. Eine Zahnprophylaxehelferin des Gesundheitsamtes besucht die Gruppen 2x pro Jahr, um das Zähneputzen mit den Kindern zu thematisieren und zu üben. Die Zahnbürsten werden von uns regelmäßig ausgewechselt.

    Bei den Toilettengängen helfen wir den Kindern, die noch nicht in der Lage sind, diese selbständig zu erledigen. Die Toiletten werden bei Verunreinigung sofort gereinigt und desinfiziert. Die Krippenkinder bekommen während des Tages frische Windeln in ausreichendem Maße. Bei entzündeten Hautpartien im Windelbereich steht eine hochwertige Salbe zur Verfügung. Wenn eine spezielle Salbe von den Eltern mitgebracht wird, treten die üblichen Vorgehensweisen bei Medikamentengabe in Kraft.

  • Ernährung/Mahlzeiten:
    Wir bitten alle Eltern, ihren Kindern zum Frühstück gesunde Komponenten in die Brotdose zu packen. Hierbei gilt: Qualität statt Quantität, d.h. zu viele verschiedene Dinge überfordern die Kinder (insbesondere die Kleinen) und führen u.U. dazu, dass sie sich vor lauter Auswahl gar nicht entscheiden können. Süßigkeiten jeglicher Art gehören nicht in die Frühstücksdose! Einmal im Monat wird ein gemeinsames Frühstück angeboten, d.h. die Kinder müssen nichts mitbringen. Wir bereiten gemeinsam mit den Kindern ein gesundes abwechslungsreiches Frühstück zu. Grundsätzlich beginnen wir das Frühstück gemeinsam und beginnen mit einem Tischspruch, bei dem die Kinder sich einen guten Appetit wünschen. An diesem festen Ritual können die Kinder sich orientieren ( siehe Seite 19 „Rituale“.). Wenn der überwiegende Teil der Kinder fertig ist mit Essen, wird die Tischrunde offiziell mit einem Zählreim beendet und die Kinder dürfen aufstehen. Kinder, die noch weiter essen möchten, dürfen dies selbstverständlich tun.

    Das Mittagessen wird in allen Einrichtungen der Pusteblume von einem anerkannten Kita- Cateringservice angeliefert, die Lieferung erfolgt kurz vor der Mahlzeit, damit das Essen nicht noch einmal aufgewärmt werden muss. Die Lebensmittelhygienevorschriften werden eingehalten. Auch die Mittagsmahlzeit wird von den Kindern und MitarbeiterInnen gemeinsam eingenommen. Wir sehen die gemeinsame Mahlzeit als soziales, ästhetisches und kulturelles Lernfeld. Die Atmosphäre beim Essen beeinflusst die Ernährungsgewohnheiten eines Kindes und sollte deswegen möglichst störungsarm sein. Essen ist ein Gemeinschaftserlebnis und soll Spaß machen und nicht Stress verursachen.

    Auf ein angemessenes Verhalten legen wir - natürlich immer bezogen auf das Alter und die Fertigkeiten des Kindes – Wert. Die Kinder sollen lernen, den Wert von Lebensmitteln zu schätzen und auf andere Rücksicht zu nehmen. Bei den Krippenkindern versuchen wir, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten und mit den Kindern möglichst viel und schnell das eigenständige Essen zu üben. Hierbei dürfen zum Zweck der Nahrungsaufnahme auch mal die Hände zur Hilfe genommen werden!

    Vorlieben und Abneigungen, Allergien sowie religiös oder kulturell bedingte Ernährungsgewohnheiten werden selbstverständlich berücksichtigt.

  • Schlafen:
    Der Mittagsschlaf ist für kleine Kinder eine unabdingbare Voraussetzung für Gesundheit und Wohlbefinden. Die Dauer des Mittagschlafes richtet sich nach dem Alter der Kinder und den individuellen Voraussetzungen. In jedem Fall ermöglichen wir den Kindern durch die Bereitstellung eines gemütlichen Schlafplatzes, sich vom Tagesgeschehen zu regenerieren, zu entspannen und Kräfte zu tanken. Im Schlafraum sollte ein angenehmes Klima herrschen, die Räume werden abgedunkelt, damit die Kinder zur Ruhe kommen und Schlaf finden. Im Kindergarten muss den Kindern, die den Mittagschlaf noch benötigen, ein entsprechender Platz geschaffen werden. Die Bewegungshalle bietet hierfür gute Voraussetzungen. MitarbeiterInnen sorgen dafür, dass jedes Kind gut „zu Bett gebracht“ wird und andere nicht gestört werden. Die Schlafräume sind immer im Blick der MitarbeiterInnen, damit sie schnell reagieren können, wenn ein Kind wach wird. Kinder, die keinen Mittagschlaf mehr machen, sollen die Mittagsruhezeit ebenfalls zum Ausruhen und Entspannen nutzen: auf Toben und lautes Spielen sollte aus Gründen der Rücksichtnahme verzichtet werden.

    Krippenkinder, die noch einen anderen Schlafrhythmus haben, dürfen bei uns jederzeit schlafen, je nach Gegebenheit im Bett oder auch im Kinderwagen. Wir bitten auch die Eltern, bei der Festlegung der Abholzeit zu berücksichtigen, dass ihr Kind den benötigten Schlaf auch in ausreichendem Masse bekommen kann. Vor 14.00 Uhr wird ein Kind von uns nicht - oder nur in begründeten Ausnahmefällen - geweckt.

  • Bewegung:
    Ausgewogene Bewegung ist für die Gesundheit der Kinder elementar. Laufen, Springen, Klettern und Balancieren sind für die Haltung, die Entwicklung von Knochen und Muskeln entscheidend wichtig. Auch ist die motorische Entwicklung unmittelbar verbunden mit der Entwicklung von Wahrnehmung und Denkstrukturen: über Bewegung erschließen Kinder sich die Welt! Auch Lernen erfolgt über Bewegung. Im täglichen Spiel erweitern die Kinder ihr Bewegungsrepertoire, lernen ihren Körper, ihre Fähigkeiten und Stärken kennen und entwickeln darüber Selbstvertrauen. Wir nehmen unseren Auftrag, Kinder in Bewegung zu bringen und ihnen Freude an der Bewegung zu vermitteln, sehr ernst. Uns ist bewusst, dass ein Mangel an Bewegung und falscher Umgang mit Lebensmitteln eine Zunahme an Übergewicht zur Folge haben kann, der wir entgegen wirken wollen. In der „Pusteblume“ werden den Kindern vielfältigste Bewegungsmöglichkeiten – immer zugeschnitten auf das Lebensalter der Kinder – geboten. Das Außengelände bietet viele Erfahrungsmöglichkeiten, es stehen Spielgeräte und unterschiedlichste Kinderfahrzeuge zur Verfügung. Es ist ausreichend Platz zum Rennen und Toben vorhanden. Auch im Innenbereich, insbesondere in der Bewegungshalle, werden den Kindern unterschiedlichste Möglichkeiten geboten, ihrem Bewegungsdrang freien Lauf zu lassen. Jede Gruppe erhält feste Hallenzeiten und die MitarbeiterInnen können ein entsprechendes Turnangebot planen. Auch Motorikelemente (nach dem Emmi Pikler-Konzept) stehen zur Verfügung, die schnell auf-und abgebaut und somit jederzeit im Alltag eingesetzt werden können. Regelmäßige Ausflüge in die nähere Umgebung finden statt. Für die Kindergartengruppen sind regelmäßige Waldtage angestrebt. Wenn von den MitarbeiterInnen bei einzelnen Kindern Entwicklungsverzögerungen und/oder Defizite im Bereich Motorik vermutet werden, wird gemeinsam mit den Eltern überlegt, welche Fördermöglichkeiten durch die Kita bereitgestellt werden können oder wo gegebenenfalls professionelle Unterstützung zu bekommen ist.

  • Sprachförderung:
    Der Entwicklung von Sprache kommt in der frühkindlichen Entwicklung eine hohe Bedeutung zu. Sprache eröffnet das Tor zur Welt, das Kind kann seine Bedürfnisse äußern, es wird verstanden, es lernt Konflikte verbal auszutragen, seine Meinung zu vertreten, mit anderen zu kommunizieren. Das Kind will sich mitteilen können und wird ungeduldig und zornig, wenn es nicht verstanden wird. Die Sprachentwicklung beginnt spätestens mit der Geburt. Schon im Mutterleib hört das Kind umgebende Sprache, erlebt Tonfall und Sprachrhythmus, Schwingungen und Betonungen. Während andere Stimmen mehr oder weniger entfernt sind, bleibt die mütterliche Stimme immer gleich nah. Von ihr lässt sich das Kind am ehesten beruhigen. Bereits von Anfang an übt sich das Kind im Sprechen und in den Sprachen, zunächst probiert es verschiedene Laute und macht Erfahrungen damit, wie und auf welche Weise Töne zu erzeugen sind. Zunehmend bilden sich gezielte Laute, das Kind ordnet sie Menschen, Dingen und Ereignissen zu. Kindgemäße Sprachförderung in der Kita greift diese Lust am Spiel mit Stimme und Sprechwerkzeug auf und stachelt sie an. In der Kindertagesstätte lernen die Kinder die Sprache im Alltag: durch Lernen am Erzieher-Vorbild, beim Betrachten und Lesen von Büchern, beim Singen oder Hören von Musik, beim Spielen mit anderen Kindern. Die MitarbeiterInnen sprechen mit den Kindern deutlich und in leicht verständlichen Worten. Falsche Worte oder Sätze von Kindern werden richtig wiederholt, ohne die Kinder zu verunsichern. Insbesondere für Kinder, die Deutsch nicht als Muttersprache haben oder zweisprachig aufwachsen, ist das deutliche, wiederholte Hören der Wörter wichtig zum Erlernen der Sprache. Auch die nonverbale Sprache darf nicht aus dem Blick verloren gehen. Kinder, die sich noch nicht ausdrücken können, orientieren sich an Gestik und Mimik sowie an paraverbalen Elementen der Sprachmelodie, des Tonfalls, der Betonung und vielem mehr. Beim Geschichtenerzählen oder Vorlesen, Reime schmieden oder bei Bildbetrachtungen werden nicht nur interessante Inhalte vermittelt, sondern auch kognitive Fähigkeiten wie Abstraktionsvermögen und Vorstellungskraft geschult. Zu lernen, dass Buchstaben und Zeichen etwas bedeuten und spielerisch damit umzugehen, ist eine gute Vorbereitung auf den Erwerb der Schriftsprache.

    Ein gutes Sprachverständnis und Sprachverhalten ist der Grundstein für den funktionierenden Schulstart. Aus diesem Grund wird die Sprachentwicklung bei Kindern auch frühzeitig recht engmaschig überwacht, um bei Entwicklungsverzögerungen schnell reagieren zu können. Der Einrichtung stehen vielfältige Materialien aus dem Sprachförderprogramm zur Verfügung, um auf spielerische Weise den Kindern das große Feld der Sprache zu erschließen. Insbesondere im Kindergarten und in der Vorschularbeit arbeiten wir mit anerkannten und praxiserprobten Programmen. Die MitarbeiterInnen sind zu diesem Thema informiert und fortgebildet worden, Auffrischungen und Weiterbildungen werden regelmäßig offeriert. Der Austausch mit Eltern bei Verdacht auf verzögerte oder gestörte Sprachentwicklung eines Kindes ist sehr wichtig für uns, gerne sind wir behilflich beim Vermitteln von fachlicher Unterstützung und Hilfe.

  • Frische Luft:
    Wir gehen (fast) immer, d.h. auch bei Wind und Wetter, mit den Kindern im Laufe des Vormittags an die frische Luft. Der Sauerstoffaustausch und die Bewegung ist für die Kinder wichtig, um überschüssige Energie auszuleben und den Stress zu minimieren. Das Außengelände bietet viele unterschiedliche Spielmöglichkeiten und auch Rückzugsecken zum Entdecken und Forschen. Regelmäßig werden auch Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen: aufs Feld zum Drachen steigen lassen oder Schätze sammeln, zum Spielplatz, zum Sportplatz, Spaziergänge durch den Ort, um zu gucken: „Wer wohnt denn eigentlich wo?“. Regelmäßig sind für die Kindergartenkinder auch Waldtage geplant, wo sie den Lebensraum Wald einmal mit allen Sinnen erleben und entdecken können.

  • Kindeswohl:
    Kinder sind Träger eigener Rechte (UN-Kinderrechtskonvention) und haben das Recht auf Schutz und Unversehrtheit. Als Kindertagesstätte kommt uns hier eine große Verantwortung zu. Wir sind verpflichtet, die Schutzrechte der Kinder zu respektieren, zu wahren und umzusetzen. In unserem pädagogischen Handeln spiegelt sich diese Grundsatzhaltung wieder:

  • Wir nehmen Kinder und ihre Bedürfnisse ernst

  • Wir gehen auf Wünsche und Fragen ein und zeigen Interesse

  • Wir begegnen den Kindern partnerschaftlich und auf Augenhöhe

  • Wir pflegen einen achtsamen, liebevollen und zugewendeten Umgang mit ihnen

  • Wir hören zu und lassen Kinder ausreden

  • Wir nehmen Gefühle wahr und ernst

  • Wir fördern die individuellen Stärken eines Kindes

  • Wir respektieren, wenn Kinder ihre Meinung äußern

  • Wir pflegen einen angemessenen Kommunikationsstil (Worte, Gesten, Mimik)

  • Wir nehmen uns Zeit für einzelne Kinder

  • Wir versuchen, unser Handeln nachvollziehbar und transparent zu gestalten

  • Wir gewähren Trost und Zuwendung

  • Wir sehen die Kinder ganzheitlich im Kontext ihrer Familien

  • Wir sorgen für Intimschutz der Kinder, z.B. bei Körperpflege oder Toilettengängen


    Eine Kindeswohlgefährdung liegt per Gesetz dann vor, wenn das körperliche, geistige oder seelische Wohl eines Kindes gefährdet ist und wenn die Personensorgeberechtigten nicht bereit oder nicht in der Lage sind, die Gefahr abzuwenden.

    Die MitarbeiterInnen unserer Einrichtung sind (oder werden zeitnah) nach Einstellung zum Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung nach §8a Abs. 4 SGB VIII eingewiesen. Im Dezember 2015 wurde die Vereinbarung für Tageseinrichtungen für Kinder zur Umsetzung des Schutzauftrages zwischen dem Landkreis Gifhorn und allen Kindertagesstätten geschlossen. Materialien stehen zum Nachschlagen zur Verfügung und der Vorgehensplan bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung hängt für alle MitarbeiterInnen sichtbar aus. Einmal pro Jahr wird das Thema auf einer großen Dienstbesprechung der Pusteblume aufgefrischt.

 

1.6  Bildung

Spielen ist Lernen. Und Lernen ist Bildung. Deshalb sind Kindertagesstätten Bildungsinstitutionen. Die Fähigkeit zur Bildung und Weiterentwicklung hat jedes Kind von Geburt an. Kinder bilden sich durch Kontaktaufnahme, sie nehmen ihre Lebenswelt mit allen Sinnen wahr und entdecken täglich Neues, hierdurch entwickeln und erweitern sie ihr Wissen und eignen sich Kompetenzen an. Bildung muss als ganzheitlicher Prozess gesehen werden, der emotionale und soziale Kompetenzen ebenso umfasst wie die Entwicklung von sprachlichen, motorischen und kognitiven Fähigkeiten. Bildung findet bei uns immer und überall statt, die Bildungsprozesse sind in den Alltag eingebettet. Kinder in der Kita lernen: Sozialkompetenz und Achtsamkeit für andere zu entwickeln, sie lernen Regeln einzuhalten (oder sie konstruktiv zu verändern), sie lernen Wörter und Sprache , sie werden musisch und handwerklich gebildet (Lieder, Reime, Bastelangebote, Malen, Bauen), sie erwerben mathematische Grundbildung (Konstruieren mit Bauklötzen, Zählen , Zuordnen von Formen, ), sie lernen Körperwahrnehmung, sie übernehmen Verantwortung für sich und andere, sie lernen Konflikte auszutragen und ihre Meinung zu vertreten, sie erwerben Sachwissen (durch Projekte, jahreszeitliche Bastelangebote, Rollenspiele). Materialien zum Ausprobieren und zum „Lernen durch Tun“ stehen den Kindern immer zur Verfügung.

Das größte Lernfeld für Kinder ist das Spiel. Die spielerische Auseinandersetzung mit der Umwelt ermöglicht den Kindern selbstbestimmtes Lernen, das (Re)konstruieren ihrer Lebenswirklichkeit. Dies trägt zur Persönlichkeitsstärkung bei. Im Spiel entfaltet sich die Kreativität, die Kinder erleben auch ihre eigenen Grenzen, sie können ausprobieren und mit anderen Kindern interagieren. Beim Rollen- und Verwandlungsspiel stehen Gefühle, Fantasie und Sprache im Vordergrund. Kinder verarbeiten im Spiel Eindrücke und Erfahrungen. Spiel ist jedoch nicht nur rezeptiv verarbeitend sondern auch produktiv schöpferisch. Im Spiel schafft ein Kind Bedingungen, unter denen sich verschiedenste - selbst widersprüchlich erscheinende - Lebenserfahrungen miteinander verbinden lassen. Das Kind probiert aus, was es in seinem Umfeld wahrgenommen hat Es durchdenkt Erlebtes und testet es in immer neuen Zusammenhängen und Möglichkeiten. So gesehen ist das Spiel Arbeit!

Spiel beinhaltet:

  • Realitätswahrnehmung - das Kind erkundet, wieviel Wunschwelt die Wirklichkeit verträgt und umgekehrt, damit Wünsche nicht Fantasie bleiben

  • Vorstellung und Realität - damit das eine mit dem anderen versöhnt wird

  • Wirklichkeit - ohne gleich realistisch gerecht zu werden

  • Neue Wirklichkeiten können ausprobiert und gegebenenfalls verworfen werden

  • Motorische und kognitive Fähigkeiten können erweitert werden

  • Erlebtes kann in kreativen Formen verarbeitet werden

  • Die Vorstellungswelt der Kinder kann ausgelebt und gegebenenfalls verworfen werden 


Das Kind bildet eine erlebte Wirklichkeit ab und inszeniert sie mit viel Fantasie in immer neuen Szenen und Spielsequenzen. Über Imitationen versetzt es sich in andere hinein und macht deren Verhaltensmuster und die daran geknüpften Gefühle in sich selbst lebendig. So kann es über sich und die Welt nachdenken. Dabei werden Gegenstände lebendig und bekommen eine neue Bedeutung: Der Faden wird zur Schlange, der Karton zum Auto…

Während des Spiels reflektiert das Kind unabhängig von der Präsenz einer anderen Person seine eigenen Erfahrungen und Gefühle in immer neuen Zusammenhängen. Wichtig ist, dass das bildende Element des Spiels weniger das Üben von Fertigkeiten ist, sondern viel mehr der Zugang zu Welterfahrungen. Im Spiel ist das ganze Kind gefordert. Es gebraucht alle Formen körperlicher und sinnlicher Erfahrungen, szenischer oder bildhafter Vorstellungen, subjektiver Fantasien, sprachlichen oder nichtsprachlichen Denkens sowie des sozialen Austauschs und der Verständigung. Dabei liegt der Sinn in der Handlung selbst und nicht im Ergebnis. Nebenprodukte des Spiels sind: sinnliche Wahrnehmung; Entwicklung von Grob- und Feinmotorik; Sorgfalt; Interesse; Konzentration; Ausdauer; Problembewältigung; Rücksicht; Geduld und vieles mehr … alles Dinge, die für einen guten Start in die Schule und ins Leben notwendig sind.

In der Pusteblume wird den Kindern bewusst ganz viel Zeit und Raum gegeben, sich im Spiel auszuprobieren. Schon morgens vor dem Frühstück bilden sich die ersten Spielgruppen, nach dem Frühstück ist auch erst einmal Zeit zum Freispiel. Die MitarbeiterInnen beobachten das Spiel und geben Impulse, wenn Unterstützung, Hilfe oder Trost gefragt ist, ansonsten halten sie sich zurück und geben möglichst wenig vor. In dieser Zeit können wichtige Verhaltensbeobachtungen erfolgen und dokumentiert werden. Das Spielverhalten der Kinder offenbart viel über die Gesamtentwicklung und ist unverzichtbarer Bestandteil des Kita-Alltags.

Zur Bildung gehört im Kindergarten auch der Bereich Schulvorbereitung. In der Jahresplanung verständigen sich die MitarbeiterInnen über ein Projektthema, welches sich an die Vorschulkinder richtet und sich über das ganze Kindergartenjahr hinziehen kann. Die Vorschulkinder übernehmen auch kleinere verantwortungsvolle Aufgaben: so werden sie als „Paten“ für die kleinen zukünftigen Kindergartenkinder eingesetzt, diese Aufgabe beginnt schon vor Beginn des Kita-Jahres (siehe Punkt 2.2.3 Übergänge) und begleiten diese durch die erste Zeit im Kindergarten. Dieses Prinzip hat sich in unserem Waldkindergarten schon bestens bewährt und wird auch in der Kita angewendet.

 


 


2. Die pädagogische Arbeit in der Pusteblume

2.1 Pädagogische Schwerpunkte in Krippe und Kindergarten auf Grundlage des Niedersächsischen Bildungs- und Orientierungsplans


Pädagogischer Ansatz

Grundlage unserer Arbeit ist der Bildungs- und Orientierungsplan Niedersachsens.

Hier wird der Grundstein für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn gelegt. Der Bildungsplan legt neun verschiedene Erfahrungsfelder und Lernbereiche fest. Diese sind in Krippe und Kindergarten identisch benannt, haben aber unterschiedliche Schwierigkeitsgrade. Im Folgenden werden sie kurz benannt:

• Emotionale Entwicklung und soziales Lernen

• Entwicklung kognitiver Fähigkeiten und der Freude am Lernen

• Körper, Bewegung und Gesundheit

• Kommunikation und Sprache und Sprechen

• Lebenspraktische Kompetenz

• Mathematische Grundkenntnisse

• Ästhetische Bildung

• Natur und Lebenswelt

• Ethische und religiöse Fragen, Grunderfahrungen menschlicher Existenz

In unserer Planung und Gestaltung des pädagogischen Alltags, angelehnt an den situationsorientierten Ansatz und die offene Arbeit mit Kindern, beachten wir die individuellen Entwicklungsgeschichten von Kindern und ihren aktuellen Lebensbezügen mit dem Ziel, die gesamte Persönlichkeitsentwicklung der uns anvertrauten Kinder gemeinsam aktiv auf- und auszubauen. Dieses Grundverständnis bildet die Basis für eine hohe Beziehungsqualität, eine durch Sicherheit und Geborgenheit geprägte Atmosphäre und gut strukturierte Abläufe. Wir planen unsere pädagogischen Aktivitäten auf diesen Grundlagen und setzen sie im Krippen- und Kindergartenalltag um.

Formulierung der pädagogischen Ziele in der Krippe:

Die Ziele unseres ganzheitlichen, pädagogischen Ansatzes in der Krippenerziehung sind:

  1. Das Kind soll sich in einem ihm vertrauten Umfeld wohl fühlen.
  2. Es soll die Möglichkeit haben, sich individuell in seiner Persönlichkeit zu entwickeln und zu formen.
  3. Die Individualität eines Kindes wird von uns respektiert.
    Das Kind soll vertraut werden im Umgang mit anderen Kindern und lernen, sich als Teil einer Gruppe zu sehen. Hierzu gehört das selbstverständliche „Miteinander umgehen“; sich gegenseitig zu sehen und anzuerkennen; sich gegenseitig zu helfen; Regeln anzuerkennen und zu beachten; Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen; sich mit anderen Kindern auseinanderzusetzen und Konflikte gewaltfrei auszutragen. Soziale Kompetenzen sollen erlernt werden.
  4. Die Selbstwahrnehmung des Kindes soll gefördert werden. Das Kind soll seine Ich-Kompetenz spüren und seine eigene Autonomie erleben.
  5. Das Kind soll lernen, eigene Bedürfnisse zu formulieren und einzufordern, aber auch auf die Bedürfnisse anderer Rücksicht zu nehmen.
  6. Das Kind soll in allen Lernprozessen von uns Unterstützung und Anleitung erhalten.
  7. Das Kind soll Selbstsicherheit im Vertrauen auf eigene Fähigkeiten entwickeln. Dies ist eine wichtige Voraussetzung auf dem Weg zum selbständigen Handeln.
  8. Das Kind soll seine eigenen Möglichkeiten und Grenzen kennen- und akzeptieren lernen.
  9. Der passive und der aktive Wortschatz sollen beim Kind erweitert werden.
  10. Wir bieten den Kindern Orientierung, um eigene Werte zu entwickeln.
  11. Durch das Spiel mit Bausteinen und ähnlichen Materialen, Formen, Wasser und ähnlichem bieten wir den Kindern erste mathematische Erfahrungen.


Umsetzung der Ziele durch Methoden und Angebote

  1. Geregelte Tagesabläufe mit festen Strukturen sollen dem Kind die Orientierung erleichtern.
  2. Die Erfüllung der Grundbedürfnisse des Kindes (Essen, Trinken, warm, trocken, geborgen, gemocht) stehen für uns an erster Stelle.
  3. Regelmäßiger Aufenthalt an der frischen Luft gehört für uns als fester Bestandteil zum Tagesablauf, ob auf dem Außengelände oder bei kleineren Ausflügen in die Umgebung.
  4. Kinder lernen im Spiel. Hierfür werden von uns Materialien in ausreichender und altersgerechter Form bereitgestellt.
  5. Musik und Singen sind geeignet zum Ausdruck von Emotionen, außerdem wird das kindliche Gehör sowie die Sprachentwicklung gefördert. Musikangebote sind von uns als fester Bestandteil des Tages vorgesehen, auch entsprechende Materialien zum „Selber probieren“ werden bereitgestellt.
  6. Das Vorlesen und Betrachten von Büchern ist für Kinder sehr wichtig und gehört selbstverständlich dazu.
  7. Ganzheitliches Lernen geschieht mit allen Sinnen. Das „Trainieren“ sinnlicher Wahrnehmung ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit.
  8. Bewegungsangebote sind ebenso ein wichtiger Bestandteil der Arbeit, denn Bewegung ist für kleine Kinder die wichtigste Grundlage zum Lernen und Begreifen. Hierbei wollen wir die motorische Entwicklung des Kindes unterstützen und fördern.
  9. Das Kind soll bei uns die Möglichkeit bekommen, zu experimentieren, seine Umwelt zu erforschen, neue Wege zu entdecken. Doch der offene Arm zum Kuscheln steht jederzeit zur Verfügung!
  10. Die Erfüllung emphatischer Wahrnehmung und Erfüllung kindlicher Bedürfnisse.
  11. Wir bauen eine sichere und liebevolle Bindung durch feste Bezugspersonen zu dem Kind auf
  12. Wir fördern die aktive verbale und nonverbale Kommunikation mit dem Kind und bauen so den Wortschatz auf und üben richtige Grammatik, so können adäquate Kommunikations- und Handlungsmuster geübt werden.
  13. Wichtig ist uns, den Kindern Werte und Normen zu vermitteln.
  14. Wir üben mit den Kindern angemessene Verbalisierung von Emotionen und den Umgang mit diesen.
  15. Die Kinder lernen ihre Bedürfnisse angemessen zu formulieren und können diese auch einfordern.
  16. Wir beobachten die Kinder gezielt in ihrer Entwicklung, führen eine systematische und transparente Entwicklungsdokumentation durch, die wir den Eltern in regelmäßigen Gesprächen vermitteln.
  17. Aufgrund der Dokumentation ist es uns möglich, individuelle Stärken und Begabungen zu fördern oder gezielt Schwächen und Entwicklungsdefizite abzubauen.
  18. Wir bereiten den Übergang der Krippenkinder in den Kindergarten vor (siehe Punkt 2.2.3 )


Formulierung der pädagogischen Ziele im Kindergarten:

  • Die Ziele, die in der Krippe bestehen, gelten ebenfalls im Kindergarten, allerdings gibt es hier noch einige spezielle:
  • Die Kinder sollen ihre eigene Position in Familie, Umwelt und Gesellschaft finden
  • In dieser Position sollen die Kinder Sicherheit, Wertschätzung und Anerkennung finden
  • Sie sollen lernen, Verantwortung zu übernehmen
  • Die Kinder sollen erste Erfahrungen an demokratischen Prozessen machen
  • Die Kinder sollen Resilienz erwerben
  • Die Kinder sollen Wissensneugier, Leistungsbereitschaft und lernmethodische Kompetenzen erlernen

Maßnahmen zur Erreichung dieser Ziele sind neben einer altersspezifischen Umsetzung:

  • das Herausarbeiten von eigenen Stärken und Schwächen
  • das Übertragen von Verantwortungsbereichen und Aufgaben
  • die Übernahme von Patenschaften für neue Kinder
  • Kinderteams als demokratisches Gremium
  • Mediation und Schlichtung von Konflikten
  • Förder- und Bildungsprojekte in den Bereichen Sprache, Text und Sinnverständnis, Emotionalität und soziale Beziehungen, Medien und Kommunikation, Mathematik, Naturwissenschaften und Technik, Umwelt,
  • Kunst und Kultur, Musik und Kreativität, Bewegung, Rhythmik und Sport sowie erste Berührungen mit der englischen Sprache
  • Unterstützung beim Verarbeiten von Enttäuschungen und Versagen
  • Vorbereitung der Kinder auf den Eintritt in der Schule durch Vorschulaktivitäten (Seite 26)

 

2.2  Das Kind in der Kita/Krippe

Jedes Kind, ist es auch noch so klein und schutzbedürftig, hat bereits eine eigene Persönlichkeit. Kinder setzen sich aktiv mit ihrer Umwelt auseinander und bestimmen ihre Entwicklung mit.Kinder können ihrem Bestreben nach Bildung, Betreuung und Erziehung nur nachgehen, wenn ihre Grundbedürfnisse gestillt sind. Vor allem bei den Krippenkindern gehören neben körperlichem Wohlbefinden auch emotionale Sicherheit und Geborgenheit zu den unabdingbaren Voraussetzungen für eine gesunde Entwicklung und somit zu einem erfolgreichen Lernen. Indem Kinder mit Menschen und ihrer Umgebung Kontakt aufnehmen und so die Welt mit all ihren Sinnen entdecken und erleben, entwickeln sie ihr Wissen und ihre Kompetenzen. Es ist uns ein Anliegen, auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Kinder einzugehen. Dazu ist es notwendig, die einzelnen Kinder genau zu beobachten.
Gerade in den ersten Jahren geht die Entwicklung sehr schnell voran. Jedes Kind durchläuft verschiedene Entwicklungsschritte, das eine eher, dass andere später. Wir können durch unser pädagogisches Handeln diese Schritte unterstützen und fördern. Zu diesen Entwicklungsschritten gehören nicht nur motorische, sprachliche und kognitive Fähigkeiten sondern zu diesem ganzheitlichen Prozess gehört auch die Entwicklung emotionaler und sozialer Kompetenzen.

Bei manchen „Verzögerungen“ dieser Entwicklungsschritte ist ein Agieren von unserer Seite nötig, doch vieles kann „erwartet“ werden. Sollten sich irgendwelche Unregelmäßigkeiten in der Entwicklung ihres Kindes herausstellen, suchen wir gerne, sofern die Eltern es wünschen, gemeinsam nach Hilfestellungen. (siehe Punkt 3.3 Kooperationen)

 

2.2.1 Was brauchen Kinder in der Krippe bzw. im Kindergarten?

Kinder brauchen einen guten Start

Wir versuchen den Kindern und Eltern diesen guten Start in die Kita zu ermöglichen.
Hierzu gehören:

  • ein positiver erster Eindruck: die Eltern gucken sich mit dem Kind die Einrichtung an. Häufig haben sie sich bereits im Vorfeld auf der Homepage www.pusteblume-schwuelper.de informiert. Ein/e Mitarbeiter/in steht für Fragen zur Verfügung.

  • ein ausführliches Vertragsgespräch: bei dem Gespräch werden gemeinsam alle Vertragsunterlagen durchgesprochen, insbesondere die ausführliche Anlage, in der die wichtigsten Punkte im Alltag in der Krippe erläutert werden. Die Eltern können Fragen stellen, wir bieten u.U. auch Hilfestellungen beim Ausfüllen der Unterlagen an (z.B. bei nicht deutsch sprechenden Familien). Die Unterlagen werden den Eltern i.d.R. zum Ausfüllen mit nach Hause gegeben und zeitnah wieder an die Einrichtung zurückgegeben.

  • ein Kennenlernnachmittag: Die neuen Eltern mit ihren Kindern treffen sich nach der Öffnungszeit in der Einrichtung mit den MitarbeiterInnen und erhalten die Möglichkeit, die anderen neuen Familien, die ErzieherInnen und die Räumlichkeiten in ungezwungener Atmosphäre kennenzulernen. Hier können Fragen geklärt werden, die Eingewöhnung wird besprochen und die Kinder erhalten die Gelegenheit, sich die Räume in ihrem eigenen Tempo zu erschließen.

  • ein Informationsblatt, in dem aufgezählt wird, welche Dinge in die Pusteblume mitgebracht werden sollten.

  • Eine ausführliche Eingewöhnungszeit (siehe Punkt 2.2.2)

  • Eine feste Bezugsperson im Team: hier steht vor allem der Wunsch des Kindes im Vordergrund. Uns ist wichtig, dass eine gute zwischenmenschliche Atmosphäre herrscht, denn so kann eine gute und sichere Eingewöhnung gelingen.

  • Viel Zeit: damit die Eingewöhnung gelingen kann, ist es wichtig, jedes Kind individuell anzunehmen und ihm seine Zeit, die es benötigt, zu lassen. Hier ist von den ErzieherInnen Gelassenheit gefordert. Es ist nicht hilfreich, die Kinder zu drängen und zu überfordern.

  • Wertschätzung, Vertrauen und Geborgenheit: durch die Berücksichtigung der Individualität eines Kindes und des eigenen Tagesrhythmus soll das Kind sich schnell angenommen und geliebt fühlen. Die Krippe bietet dem Kind ein zweites Zuhause (auf Zeit). Wir geben den Kindern die Möglichkeit, weitestgehend ihrem eigenen Essens- und Schlafrhythmus zu folgen, soweit dies mit dem Gruppenalltag konform geht.

 

Kinder brauchen Sicherheit

  • Sicherheit bei der räumlichen Ausstattung und Vermeidung von Gefahrensituationen
  • Sicherheit durch gut ausgebildetes Betreuungspersonal, das die Aufsichtspflicht gewissenhaft wahrnimmt
  • Sicherheit durch altersgerechte und vielseitige Materialien
  • Sicherheit durch Kommunikation: das Kind fühlt sich sicher und verstanden durch Wahrnehmung der Sprache
  • Emotionale Sicherheit: jedes Kind wird so angenommen, wie es ist
  • Sicherheit durch das Erlernen von empathischen Fähigkeiten und Sozialkompetenzen
  • Sicherheit durch das spürbare Vertrauensverhältnis zwischen ErzieherInnen und Eltern



Kinder brauchen Rituale

Wir haben in der Pusteblume feste, immer wiederkehrende Rituale. Dazu gehört das morgendliche Winken der Kinder am Fenster, wenn ihre Eltern sich verabschiedet haben. Vor jeder Mahlzeit fassen sich die Kinder und MitarbeiterInnen an den Händen und sagen einen Tischspruch, mit dem sie sich guten Appetit wünschen.

Nach Beendigung der Mahlzeit zählen alle gemeinsam laut bis 10, dann wissen die Kinder, dass sie nun aufstehen können. Zu den Ritualen gehören auch der Morgenkreis, das gemeinsame Zähneputzen u.a. Rituale geben den Kindern Sicherheit und Orientierung, sie helfen Kindern, die vielfältigen Eindrücke zu ordnen, sie überschaubar und berechenbar zu machen und tragen dazu bei, dass sich die Kinder auch zunehmend selbsttätig darin bewegen können. Der Alltag mit seinen Konstanten bildet einen Rahmen, der die Vielfalt der Eindrücke reduziert und damit die kindliche Orientierung unterstützt.

Ein strukturierter Ablauf hilft außerdem, eine Gruppe von Kleinkindern, die in ihrem Verhalten noch sehr spontan und im Gefühlsleben weniger reguliert sind, durch den Tag zu begleiten. Die Struktur muss gleichzeitig flexibel sein und ausreichend Raum für die individuellen Rhythmen der Kinder bieten. Der regelmäßige, strukturierte Tagesablauf mit seinen Wiederholungen und Ritualen stellt eine wesentliche Konstante dar. Nicht zu unterschätzen ist die Kontinuität in der Kindergruppe, in der die Kinder in vertrauten Beziehungen Sozialkontakte erleben können.

Rituale/festgelegte Abläufe/Wiederholungen dienen auch älteren Kindern als Strukturierungs- und Orientierungshilfe im Alltag. Das hängt mit der Gehirnentwicklung von Kindern zusammen. Kinder messen Dingen und/oder Tätigkeiten erst eine Bedeutung bei, wenn sie öfter in ihrem Alltag vorkommen. Studien konnten außerdem zeigen, dass Rituale Ängste von Kindern reduzieren und die Selbstständigkeit fördern. Einige Studien berichten, dass die Konzentrationsfähigkeit durch Rituale verbessert und das Lernen erleichtert wird. Regeln legen gleichzeitig Grenzen fest, die Kinder oft verzweifelt suchen. Kinder orientieren sich an den Regeln und erfahren so eine große Sicherheit. Kinder sehen in Regeln und Ritualen Orientierungshilfen, wenn sie zu wenig Orientierung erfahren, dann kann das zu dauerhafter Müdigkeit und somit zu Konzentrationsproblemen führen. Müdigkeit kann aber auch zu einem „Aufgekratztsein“, einer Hyperaktivität führen. Kinder sind überreizt und kommen nicht mehr zur Ruhe.

Rituale bieten einer Gruppe von Kindern oder Erwachsenen viele Vorteile. So lernen Kinder z.B., im Morgenkreis zusammen zu sitzen, dass man sich vor dem Essen die Hände wäscht und dass man sich gegenseitig aussprechen lässt.

Ganz allgemein lässt sich sagen, dass es in unserer Gesellschaft viele große und kleine Rituale gibt. Oft nehmen wir sie nur nicht mehr als solche wahr. Sie sind der soziale Kitt, der alle Beziehungen in allen Gesellschaften zusammenhält. Schon beim Begrüßen hilft es, wenn man weiß, was der andere erwartet: fester Händedruck in Hamburg, Bussibussi in München, drei Wangenküsschen in der Schweiz. Rituale lassen den Alltag ein bisschen leuchten, schaffen oft auch eine Insel der Ruhe in der Hektik des Tages. Nur eines dürfen Rituale nicht: zur schalen, schnöden Routine verkommen. Es geht nicht darum, sich verkrampft an starren Regeln festzuklammern. Rituale müssen guttun, Freude machen, das Leben erleichtern.


Kinder brauchen klare Strukturen

In der Kindertagesstätte erleben die Kinder einen immer wiederkehrenden Tagesablauf, an dem sie sich orientieren können. Die Bringzeit ist im Allgemeinen bis 08.30 Uhr, in dieser Zeit kommen die Kinder in der Gruppe an und werden dort von den MitarbeiterInnen begrüßt und willkommen geheißen. Nach dem Abschied vom Elternteil suchen und finden sie erste Spielpartner und beschäftigen sich weitestgehend frei. Einige Kinder benötigen in dieser ersten Ankommphase noch viel Körperkontakt zu den MitarbeiterInnen. Gegen 08.40 Uhr wird das gemeinsame Frühstück eingenommen. Die Kinder bringen ihr Frühstück von Zuhause mit, einmal monatlich richten wir ein gemeinsames Frühstück aus. Im Kindergarten bieten wir monatlich ein gemeinsames Büfett an. Dieses wird in Absprache mit den Kindern besorgt, gestaltet und hergerichtet. Der gemeinsame Verzehr der Speisen gehört für uns zum Erlernen von Esskultur, konstruktiver Kommunikation und dem Erleben von Gemeinschaft.

Zwischen 09.30 Uhr und 10.00 Uhr findet ein Begrüßungs-Morgenkreis statt, es werden Lieder gesungen, Fingerspiele gemacht etc. Kindergartenkinder erhalten die Möglichkeit, die Kreise nach ihren eigenen Vorstellungen und Möglichkeiten mit zu gestalten.

Im Anschluss finden die Vormittagsangebote statt (Freispiel, Bastel- und Kreativangebote, kleinere Ausflüge, draußen spielen,…). Spätestens um 11.40 Uhr wird das Mittagessen in der Krippe gereicht, vorher haben alle Kinder ihre Hände gewaschen. Im Kindergarten wird ca. eine halbe Stunde später, gegen 12.00 Uhr gegessen. Die Kinder helfen beim Decken des Tisch und räumen nach dem Essen ihr Geschirr ab. Sie beteiligen sich am Tischdienst, das heißt, sie räumen die gemeinsam genutzten Schüsseln ab und reinigen den Tisch.

Nach dem Essen und dem Nachtisch gehen wir mit den Kindern Zähneputzen, danach werden einige Kinder abgeholt, die anderen werden zum Mittagschlaf hingelegt. Im Kindergarten bieten wir jüngeren und müden Kindern die Möglichkeit, sich auf Matratzen im Bewegungsraum zur Ruhe zu legen. Wer mag, darf Schlafen. Für die restliche Kindergartengruppe tritt nun eine Ruhephase ein, in der die Erzieherinnen z.B. Traumreisen anbieten. Das bedeutet, dass die Kinder die Gelegenheit bekommen, sich in Kuschelecken und Kuschelhöhlen zurückzuziehen und auszuruhen. Hier können sie Kraft schöpfen für den Rest des Tages. Diese Phase ist von individueller Länge. Manche Kinder brauchen eine längere Ruhepause, andere können schon früher wieder in ein aktiveres Spiel starten. Wichtig ist, dass in dieser Phase bis ca. 14.00 Uhr die Bewegungshalle nicht genutzt werden kann, da die Krippenkinder nicht in ihrer Schlafpause gestört werden sollen.

Die Gestaltung des Nachmittags richtet sich jeweils nach den unterschiedlichen Abholzeiten der Kinder. Nachmittags bieten wir nochmals eine kleine Snackpause, in der die Kinder ihre extra hierfür mit gebrachten Speisen verzehren können. Wir bieten zusätzlich Obst und Gemüse zum Knabbern an.

Zu den klaren Strukturen für die Kinder gehört auch, dass wir unsere Dienstpläne so gestalten, dass möglichst immer eine feste Kraft im Frühdienst und eine feste Kraft im Nachmittagsdienst arbeitet. Diese Struktur ist auch für die Eltern wichtig, damit sie feste Ansprechpartner/innen haben.

Zu den wiederkehrenden Tagesabläufen gehören auch wöchentlich wiederkehrende Angebote. So gehört das wöchentliche Turnen für die Kinder dazu. Für die Kindergartenkinder gibt es nicht nur ein Turnangebot, sondern auch für Vorschulkinder regelmäßig stattfindende Angebote zu Vorschulprojekten.

 

Kinder brauchen ein schönes Umfeld

Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten versuchen wir den Bedürfnissen der jeweiligen Altersgruppe gerecht zu werden: Helle Räume, Aktivecken und Ruhezonen, Bereitstellung von altersgerechten Materialien und Spielsachen, keine Überfrachtung mit Spielzeug, Vermeidung von potentiellen Gefährdungen z.B. scharfen Kanten etc. In unseren schönen Räumlichkeiten bieten wir den Krippenkindern zahlreiche Impulse zur Weiterentwicklung, um möglichst viele Erfahrungs- möglichkeiten zu erschließen.

Der gemeinsame Eingangsbereich wird in zwei Bereiche eigeteilt, so dass die Kleinen schon beim Eintreten wissen wo ihr Spielbereich ist. Die Krippenkinder können so in einem geschützten Bereich ihre Umgebung frei erkunden und laufen nicht Gefahr, von Größeren übersehen zu werden. Gerade Schulkinder können auf jüngere Krippenkinder auch schon mal auf Grund ihrer Größe bedrohlich wirken.

Schön ist die Tatsache, dass dieser Bereich auch geöffnet werden kann, so dass alle Kinder der Einrichtung die Möglichkeit haben, hier sich z.B. bei Festen oder gemeinsamen Morgenkreisen zu treffen.

Es ist wichtig, die Räume für ältere (Kindergartenkinder) so zu gestalten, dass sie der Aneignung von Kompetenzen in verschiedenen Bildungsbereichen dienen können. Sie sollen den Kindern ermöglichen, zu experimentieren, sich selbst ausprobieren zu können und sie sollen zur kreativen Gestaltung anregen. Deshalb ist es sinnvoll, Räume mit Kindern gemeinsam so zu gestalten, dass sie offen für Veränderungen bleiben. So behält man die Möglichkeit, auf die wechselnden Interessen und Themen der Kinder einzugehen. Wichtig ist, dass unterschiedliche Spiel- und Gestaltungsmaterialien für die Kinder frei zugänglich sind. Trotzdem ist es wichtig, dass auch Kindergartenkinder immer wieder die Möglichkeit für Rückzüge haben. So ist eine gemütlich eingerichtete Leseecke oder eine Kuschelecke wichtig, um in einer Ruhephase wieder Kraft für neue Entdeckungen, Experimente oder Bewegungsspiele zu finden.

Kindergartenkinder haben ein großes Interesse an Bewegung. Sie bedürfen drinnen wie draußen vielseitiger und anregender Räume.

Zu einem schönen Umfeld gehört auch, dass man auf eine Nachhaltigkeit der (Spiel)Materialien achtet und dass in jedem Bereich (Krippe oder Kindergarten) altersentsprechende Spielgeräte, Bilderbücher etc. vorhanden sind. Ebenso ist uns wichtig, dass unsere Spielmaterialien und Spielgeräte gesundheitlich unbedenklich sind.

Das Freigelände ist in zwei Bereiche eingeteilt. Ein Bereich bietet den Krippenkindern altersgerechte Spielgeräte an, an denen sie allein wie auch im Spiel mit anderen Kindern unterschiedliche Bewegungserfahrungen wie Klettern, Rutschen Gleichgewichtsübungen etc. machen und die Natur hautnah erfahren können.

Der zweite Bereich bietet den Kindergartenkindern ihrem Alter entsprechende Spielgeräte. Auch sie erhalten die Möglichkeit, ihre Kräfte und ihren Mut im Außenbereich zu üben. Dafür bedarf es unterschiedlicher Untergründe, auf denen man sicheres Auftreten und sein Gleichgewicht trainieren kann, Bäume zum Klettern, Schaukelmöglichkeiten und einer Rutsche. Die Kinder erhalten draußen Experimentiermöglichkeiten, unter anderem an einem Wasserlauf, oder können Naturerfahrungen an Beeten und Obstbäumen machen. Die beiden Bereiche sollten aus Sicherheitsgründen voneinander getrennt sein, aber die Möglichkeit zur Öffnung und Zusammenlegung sollte bestehen.


Kinder brauchen ausreichend Ruhe und Schlaf

Schlafen in der Krippe

Da Kinder in diesem Alter sehr unterschiedliche Schlaf- und Essgewohnheiten mitbringen, handeln wir in diesen besonderen Punkten des Tagesablaufs individuell und bedürfnisorientiert. D.h. Kinder die außerhalb der „offiziellen“ Schlafenszeit ein Schlafbedürfnis haben, dürfen sich zurückziehen und schlafen. Mit zunehmender Gewöhnung an den Tagesablauf schlafen unsere Krippenkinder mittags in der Regel in der Ruhezeit von 12.30h – 14.00h – im Bedarfsfall gern länger. In dieser Zeit werden sie von unseren PädagogInnen begleitet und betreut. Diese achten auch darauf, dass die wachen Kinder den ruhenden einen ungestörten Schlaf ermöglichen.

Es ist wichtig, dass wir den Kindern ihren Schlaf lassen. Schlafen bringt Entspannung für Körper und Geist. Nicht schlafen zu können, obwohl man müde ist, ist schlimm.

Ausgeruhte Kinder sind seltener gereizt und quengelig. Sie schlafen, wenn äußere und innere Bedingungen günstig sind. Sich beim Einschlafen sicher zu fühlen, ist eine Bedingung, Bewegungsfreiheit und kuschelige Umgebung eine andere. Vor allem: schlafen dürfen, wenn die Lider schwer werden.

Jedes Kind kommt auf seine Weise zur Ruhe. Allerdings liegt kaum ein Kind sofort still. Jedes Kind stellt seine Anforderungen an die Flexibilität der ErzieherInnen, ebenso wie an die Eltern.

Die Individualität der Kinder zeigt sich auch in ihren Gewohnheiten und Schlafritualen. Der eigene Schlafsack, das Kuscheltier oder das Kuscheltuch, die Spieluhr und vieles mehr bringen ein Stück Vertrautheit und Geborgenheit mit in die Einrichtung und erleichtern das Ein- und Durchschlafen.


Schlafen im Kindergarten

Gerade jüngeren Kindern fällt es schwer einen ganzen Kindergartentag durchzustehen. Ihnen bieten wir die Möglichkeit, sich in der Bewegungshalle auf Matratzen hin zu legen und eine Pause zu machen. Mit zunehmendem Alter wird es bald nicht mehr nötig sein, seinem Schlafbedürfnis zu folgen. Allerdings ist uns wichtig, dass auch die älteren Kinder in eine Ruhephase eintreten. Nach dem Mittagessen möchten wir, dass sich die Kinder zunächst mit ruhigem Spiel, Büchern oder Puzzlen beschäftigen. Es ist nicht nur für Jüngere wichtig, Kraft für den Rest des Tages zu schöpfen. Auch Erwachsenen ist es häufig ein Bedürfnis, eine kurze Pause in ihrem Tun zu unternehmen, bevor sie den Rest des Tages angehen. Kinder müssen noch lernen, die Bedürfnisse ihres Körpers richtig zu deuten und zu verstehen. Hier soll die Ruhephase eine Unterstützung bieten. Wir erwarten nicht, dass sich die Kindergartenkinder bis zum Erwachen der Krippenkinder nur ruhig verhalten, doch möchten wir zumindest für eine halbe Stunde eine Pausenzeit einhalten. Hier können sich die Kinder auch entscheiden ob sie vielleicht an einer Traumgeschichte teilnehmen möchten.

Da unsere Bewegungshalle in unmittelbarer Nähe zum Schlafraum der Krippe liegt, kann hier auch nach frühzeitigem Erwachen der jüngeren Kindergartenkinder nicht vor 14.00h gespielt werden, denn es soll den Krippenkindern ein ungestörter Schlaf ermöglicht werden.

Kinder brauchen ausgewogene Mahlzeiten

„Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen“: ein Sprichwort aus Zeiten, in denen es nicht selbstverständlich war, satt zu werden. Heute ist es in vielen Familien nicht mehr üblich bzw. möglich, Mahlzeiten gemeinsam einzunehmen. Sei es, weil Kinder in der Einrichtung und Eltern bei der Arbeit essen oder weil man in Ruhe abends mit dem Partner essen möchte, ohne sich gleichzeitig auf die Kinder konzentrieren zu müssen. Das Zubereiten einer frisch gekochten Mahlzeit erleben auch immer weniger Kinder mit. Dabei nährt Essen und Trinken nicht nur den Menschen, sondern trägt auch zum Wohlbefinden und zur Lebensfreude bei. Es ist ein sinnliches Erlebnis und ein kommunikativer Akt. Was die kommunikative, vergnügliche und selbstbestimmte Seite der Mahlzeit angeht, so ist die Kindertagesstätte ein idealer Ort. Denn die Erfahrungen, die Kinder in der frühen Lebenszeit machen, prägt in diesem Zusammenhang ihre Weltsicht und ihr Selbstbild, prägt Muster und wirkt lange, wenn nicht lebenslang, nach.

Uns ist eine gesunde Ernährung wichtig. Zum Frühstück ein Vollkornbrot, etwas Obst oder Gemüse geben Kraft sich den Herausforderungen des Alltags zu stellen. Mal sind gegen ein Müsli und einen Jogurt nichts einzuwenden, doch sollten Schokoriegel und Kuchen nicht auf dem Speiseplan stehen.

Kinder haben bei uns jederzeit die Möglichkeit, Trinken einzufordern. Während der Mahlzeiten bieten wir Wasser und gegebenenfalls Tee, Getränke werden verteilt über den Tag auch zwischen den Mahlzeiten gereicht. Wenn von den Eltern gewünscht, können bei den Krippenkindern auch die eigenen Trinkflaschen mitgebracht werden.

Aus hygienischen Gründen dürfen hartgekochte Eier, Joghurt oder andere Milchprodukte von uns nur an die Kinder verteilt werden, wenn sie beschriftet sind und nach dem Bringen morgens im Kühlschrank zwischengelagert werden.

Für Krippenkinder bieten wir einmal monatlich ein gemeinsames Frühstück an. Die Erzieherinnen kaufen dann individuell ein gesundes, abwechslungsreiches Frühstück ein, welches gemeinsam mit den Kindern vorbereitet und gemeinsam verzehrt wird.

Für die Kindergartenkinder bieten wir einmal monatlich ein Büfett an. An diesem werden die Wünsche der Kinder abgefragt. Jede Gruppe ist abwechselnd an der Reihe, das Büfett vorzubereiten. Auch hier soll es sich um ein gesundes, vollwertiges Frühstück handeln. Eine kleine Gruppe Kinder fährt mit einer Erzieherin am Vortag zum Einkaufen und gemeinsam werden die Zutaten zubereitet. In der Halle kann das Frühstück gemeinsam mit den anderen Kitagruppen verspeist werden.

 


2.2.2  Die Eingewöhnung - der Start in einen neuen Lebensabschnitt

Die Eingewöhnung ihres Kindes in die Krippe oder Kita ist für Eltern und Kinder eine Herausforderung
- nicht die erste und nicht die letzte. Der Besuch einer Kindertagesstätte ist für viele Kinder oft die erste Trennung von den gewohnten Bezugspersonen. Die Eingewöhnungsphase ist daher das Kernstück der pädagogischen Arbeit, sie ist für die positive Entwicklung und Integration des Kindes innerhalb der Gruppe entscheidend. Wir legen besonderen Wert auf sichere Orientierung von Eltern und Kind durch
feste BezugsbetreuerInnen, klar strukturierte, ritualisierte Prozessabläufe und übersichtliche, einladende Räumlichkeiten.

Kennenlernen der Einrichtung:

Jede Eingewöhnung beginnt mit einem Aufnahmegespräch zwischen Eltern und pädagogischer Fachkraft bzw. Leitung. Danach folgt ein Kennlernnachmittag, an dem sich alle Familien neuer Kinder und die pädagogischen Fachkräfte ungezwungen kennenlernen können. An diesem Nachmittag werden die Familien in die Planung der ersten Termine mit einbezogen.

Die Eltern erhalten in netter Atmosphäre die Gelegenheit, sich in Ruhe alle Räumlichkeiten anzusehen. Hier stehen ihnen unsere MitarbeiterInnen Rede und Antwort. An diesem Nachmittag erläutern die MitarbeiterInnen auch das „Berliner Modell“, an dem sich unsere Eingewöhnung orientiert. Es ist wichtig, dass die Eltern ein gutes Verhältnis zu den MitarbeiterInnen aufbauen, denn ihre Unsicherheiten und ihr Unwohlsein führen dazu, dass sich ihr Kind mit dem Ankommen in der Gruppe schwer tut.

Wir haben einen Informationsbogen entwickelt, dem die Eltern entnehmen können, welche Dinge ihr Kind bei uns in der Einrichtung braucht. Ebenfalls bekommen die Eltern einen Bogen, auf dem sie gebeten werden uns einige Informationen zu ihrem Kind zu geben, der es uns ermöglichen soll, ihr Kind besser zu „lesen“. Hier können besondere Vorlieben oder Abneigungen benannt werden.

Sind alle Fragen beantwortet, steht einem ersten Termin nichts mehr entgegen. Damit unsere Fachkräfte die Möglichkeit haben, ganz individuell auf Kind und Familie eingehen zu können, ist es uns wichtig, nicht mehr als maximal zwei Kinder gleichzeitig mit der Eingewöhnung starten zu lassen.

Die Kinder erhalten behutsam die Gelegenheit unsere MitarbeiterInnen kennenzulernen und sich für eine/n zu entscheiden. Dieser Prozess läuft für die Kinder meist unbemerkt ab. Wichtig ist, dass auch die Familien mit der Wahl einverstanden sind. Selbstverständlich steht jede/r beliebige Kollegin/Kollege für Gespräche bereit. Doch ist eine von Kind getroffene Entscheidung bitte anzuneh- men. Während der gesamten Eingewöhnung besteht auf Seiten der Eltern, aber auch der ErzieherInnen ein erhöhter Gesprächsbedarf, dem wir gern nachkommen.
Es ist davon auszugehen das die durchschnittliche Eingewöhnung ca. 4 Wochen dauert. In seltenen Fällen ist ein erhöhter Zeitaufwand nötig. Der Ablauf stellt zu jedem Zeitpunkt die Bedürfnisse des Kindes in den Mittelpunkt. Grob lässt sich die Eingewöhnung in vier Phasen einteilen, die – je nachdem, wie Kind und Eltern sich darauf einlassen können - unterschiedlich lang dauern.

Die erste Phase:

Während der Eingewöhnung besucht das Kind an drei, maximal vier Tagen die Einrichtung. Die erste Phase ist durch anfänglich kurze Besuche von 1,5 bis 2 Stunden zusammen mit der Bezugsperson geprägt. Sollte für die Begleitperson oder die Fachkräfte ersichtlich sein, dass diese Zeit für das Kind zu lang gefasst ist, ist diese zu kürzen.

Hier besteht für beide die Gelegenheit, die Einrichtung, ihre Räumlichkeiten und Teile des Tagesablaufs kennenzulernen. Die Bindungsperson steht dem Kind zur Sicherung und Unterstützung seiner Anpassungsleistungen zur Verfügung. Sie sollte sich aber nicht zu aktiv mit ihrem Kind beschäftigen, sondern ihm die Möglichkeit geben, im geschützten Raum mit Blickkontakt das Umfeld zu erkunden.
Eltern sollten sich darauf einstellen, dass die begleitende Phase durchaus zwei Wochen dauern kann. Frühestens am vierten Tag kann mit der nächsten Phase begonnen werden.

Die zweite Phase:

Hat das Kind an Sicherheit in der Gruppe gewonnen und lässt es Kontakt einer Fachkraft zu, dann beginnt die familiäre Bezugsperson sich langsam zurückzuziehen. Die erste Trennungsphase beginnt, wenn das Kind von sich aus Bereitschaft signalisiert, sich von seiner begleitenden Bezugsperson zu lösen und sich nach außen orientiert. Dies ist vielleicht für Eltern der schwierigste Part. Sie müssen loslassen.

Die Dauer der Trennung kann 10 Min. sein, die die Bezugsperson innerhalb des Gebäudes verbringt oder max. 30 min. die sie sich vielleicht auch schon mal aus dem Gebäude entfernt. Wichtig ist uns, dass das Kind hier schon an unser Abschiedsritual herangeführt wird.

Täglich wird diese Trennungszeit erweitert. Wichtig ist, dass das Kind die Erfahrung macht, dass es immer wieder abgeholt wird und dass, wenn die Bezugsperson kommt, es zügig nachhause geht.
Auch Eltern dürfen in dieser Phase nicht aus dem Blick gelassen werden. Oft überwiegt bei ihnen das schlechte Gewissen und durch ihre unsichere, evtl. angstbehaftete Grundhaltung, erschweren sie ihrem Kind den Start unabsichtlich. Eine gute Kommunikation zwischen Eltern und ErzieherInnen ist gerade hier immens wichtig. Wir haben grundsätzlich immer Verständnis für die Eltern!

Die dritte Phase:

In der dritten Phase bleibt das Kind immer länger und lernt so den Tagesablauf, den Morgenkreis, erste Bildungsangebote kennen. Es wird in die gemeinsame Hygieneerziehung eingebunden und isst mit der Gruppe zu Mittag. Später lernt es je nach Länge seiner Betreuungszeiten den Mittagsschlaf und den Nachmittagsablauf kennen.

Die vierte Phase:

Erst wenn das Kind seinen Aufenthalt in der Gruppe akzeptiert hat, sich von der Fachkraft beruhigen, wickeln und schlafen legen lässt, ist die Eingewöhnung weitgehend abgeschlossen. Nun kann der Aufenthalt des Kindes nach und nach auf die gesamte Betreuungszeit ausgedehnt werden. Der gegliederte Tagesablauf bietet dem Kind Kontinuität, es lernt, dass bestimmte Tätigkeiten ihren bestimmten Platz haben. Dies gibt ihm Halt, Vertrauen und bildet die Grundlage für die Entwicklung von Zeitgefühl und Riten. Durch die Wiederholung bestimmter Tätigkeiten und damit verbundener Erfahrungen gewinnt das Kind Vertrauen zu sich selbst, aber auch Vertrauen in seine Umwelt. Durch die Wahrnehmung des Kindes von ständig wiederkehrenden Abläufen wie Tages- und Wochenablauf gewinnt es Vertrauen zu höheren Prinzipien und fühlt sich in sich geborgen.

Es gehört dazu, dass das Kleinkind in dieser Phase eventuell das erste Mal Trennungsschmerz empfindet. Deshalb bemühen wir uns um eine sanfte, einfühlsame Gestaltung der Eingewöhnungsphase. Entscheidend für eine gute Eingewöhnung ist aber nicht die Trennungssituation selbst, sondern das Verhalten des Kindes vor und nach der Trennung. Verlässliche Signale des Kindes sind, wenn es sich von der Fachkraft nach dem Abschied der Eltern aktiv trösten lässt und danach konzentriert spielen kann. Spätestens ein problemloses Lösen morgens von den Eltern und ein exploratives Spiel signalisieren eine gelungene Eingewöhnung.
Der Verlauf der Eingewöhnung und ihr Ende werden von uns dokumentiert und in einem Elterngespräch erläutert. Hier erhalten die Eltern auch die Gelegenheit, uns ihre Sicht zu schildern und Verbesserungsvorschläge zu machen.x



2.2.3  Übergänge

„Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe bereit zum Abschied sein und Neubeginne, um sich in Tapferkeit und ohne Trauern in andre, neue Bindungen zu geben. Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ (H. Hesse, aus „Stufen“)


Übergang von der Krippe in den Kindergarten

Der Übergang von der Krippe in den Kindergarten bedeutet für viele Familien einen gewaltigen Schritt. Wir sind in der Lage, sie bei diesem Schritt zu unterstützen. Da wir den Kindergarten quasi im Haus haben, haben unsere Kinder regelmäßig Kontakt zu älteren Kindergartenkindern. Sie besuchen sich gegenseitig und kennen sich dadurch. Auch sind die Kindergartenfachkräfte keine neuen Gesichter für unsere Krippenkinder. Um eine gute Ankunft im Kindergarten zu schaffen, ist es wichtig, einen geplanten Abschied von der Krippe zu nehmen. Dazu gehört ein gemeinsamer Familienausflug, das

„Pippi Langstrumpf-Essen“, eine Abschiedsfeier und das Kennenlernen der Patenkinder aus dem Kindergarten. Diese Patenkinder besuchen die Krippe regelmäßig und laden die Krippenkinder ein, sie in ihrem Kindergarten zu besuchen. So lernen die Krippenkinder nach und nach die neuen Bezugsfachkräfte, den Alltag im Kindergarten und die neuen Räume kennen.

Durch Besuche, regelmäßige Teilnahmen an Kreisen und gemeinsames Spiel im Außenbereich wird das letzte halbe Jahr geprägt, so dass ein sanfter Abschied stattfinden kann und Freude auf die neuen Herausforderungen überwiegt.

Eingewöhnung externer Kinder in den Kindergarten

Für viele Eltern stellt der Besuch ihres Kindes in einer Kindertagesstätte einen Meilenstein in der kindlichen Entwicklung dar. Kinder, die von „außerhalb“, also direkt aus dem behüteten Zuhause oder aus einer anderen Krippe zu uns in den Kindergarten kommen, brauchen eine gute Eingewöhnungszeit.

Diese Eingewöhnung muss sorgfältig geplant sein. Sie läuft ähnlich ab wie bei einem Krippenkind (siehe Punkt2.2.2). Uns ist auch bei älteren Kindern ein sanfter Einstieg in den Kindergarten wichtig.

Unsere Eingewöhnung richtet sich nach dem Berliner Modell, wobei wir uns nicht starr an die Vorgaben halten, sondern ganz individuell auf jedes Kind und auf seine Bezugsperson (die die Eingewöhnung begleitet) eingehen.

Das Berliner Modell beschreibt vier Phasen der Eingewöhnung. Auch Kindergartenkinder durchlaufen all diese Phasen, doch deutlich schneller als Krippenkinder, so dass man davon ausgehen kann, dass sie nach zwei bis drei Wochen in der Einrichtung angekommen sind. Allerdings gibt es auch hier Ausnahmen. Jedes Kind und jede Familie bekommt die Zeit, die sie benötigt, um die Eingewöhnung abzuschließen. Es gibt auch hier nach ca. 6-8 Wochen ein Eingewöhnungsgespräch.

Kindergartenschnuppergruppe

Wir bieten externen Kindergartenkindern ca. 4 Wochen vor der Sommerpause und dem dann folgenden Eintritt in den Kindergarten an einem Nachmittag in der Woche die Möglichkeit, an einer Kindergartenschnuppergruppe teilzunehmen. Die Gruppengröße unterscheidet sich von der im Vor- mittagsbereich deutlich. Maximal 12 Kinder werden hier von zwei Fachkräften begleitet. So haben sie (die Familien) die Möglichkeit, sanft in der Einrichtung anzukommen. Auch hier wird ein begleitetes Ankommen angeboten. So fällt es den Schnupperkindern deutlich leichter, sich im Vormittagsbereich einzugewöhnen. Die Fachkräfte, ein strukturierter Tagesablauf und die Einrichtung sind ihnen schon bekannt und sie können deutlich schneller Fuß fassen.


Übergang vom Kindergarten in die Schule

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule stellt für Kinder, ähnlich wie der Eintritt in den Kindergarten, einen weiteren Meilenstein in seiner Entwicklung dar. Die Einschulung ist in der Regel auch für Eltern ein wichtiger Schritt im Leben ihres Kindes.

Der Übergang in die Schule beginnt bereits mit der Aufnahme des Kindes in den Kindergarten und endet mit dem Eintritt in die Schule. Im letzten Kindergartenjahr beginnt eine verdichtete Phase des Übergangs vom Kindergarten zur Grundschule.

Die Kindergartenkinder nehmen sich bewusst als Vorschulkinder wahr und sind stolz darauf, an Vorschulprojekten teilzunehmen.

Diese Projekte zeichnen sich durch vielfältige und abwechslungsreiche, wöchentliche Aktivitäten aus. Wir setzen gezielt Lernanreize und binden die Kinder in die Projekte ein. Nicht nur im letzten Kindergartenjahr legen wir viel Wert auf Lautspiele, Reime, Silbentrennung und Lauterkennung. Doch hier gilt dem phonologischen Bewusstsein noch mal ein vermehrter Blick. Ziel der Vorschulprojekte ist es, den Kindern zusätzliche soziale, sprachliche und Handlungskompetenzen zu vermitteln und ihnen Lust auf das Lernen zu machen.

Zur Stärkung ihres Verantwortungsbewusstseins bitten wir die Kinder, Patenschaften für künftige Kindergartenkinder zu übernehmen und diesen die Einrichtung und unsere Abläufe spielerisch näher zu bringen.


Ziel der Vorschulaktivitäten ist es:

  • dass die Kinder sich in der Vorschulgruppe integrieren, ihren Platz finden, diese mitgestalten und sich als wichtigen Teil der Gruppe erleben
  • dass die Kinder ihre Wünsche, Gefühle, Ideen sprachlich vor der Gruppe zum Ausdruck bringen
  • dass ihre Stärken und Schwächen von der Gruppe geachtet und respektiert werden
  • dass sie sich ihrer Persönlichkeit bewusst werden und sich reflektieren
  • dass sie komplexe Aufgaben im praktischen Lebensbereich kennenlernen und diese auch bewältigen können, wie z.B. nach dem Weg fragen, einkaufen
  • dass sie Rückschläge, Kritik und Wettbewerb kennen- und damit umgehen lernen
  • dass sie Durchhaltevermögen und Ausdauer entwickeln, z.B. etwas Angefangenes auch zu Ende bringen
  • dass sie sich Zeitkonzepten anpassen lernen
  • dass sie üben, als Gemeinschaft eine Entscheidung zu treffen und dabei auch auf Kompromisse einzugehen
  • dass sie Entscheidungen und Prioritäten setzen lernen
  • dass sie ein positives Selbstbild und Selbstbewusstsein entwickeln
  • dass sie das System Schule und verschiedene Ansprechpartner kennenlernen
  • dass sie einen positiven Zugang zur Schule entwickeln und über Abläufe und Rituale Bescheid wissen
  • dass ein bewusster Abschied mit den Kindern gestaltet wird

Durch das gezielte Beobachten dieser altershomogenen Gruppe ist es möglich, kompetenter Ansprechpartner im Hinblick auf die Schulfähigkeit der Kinder zu werden. Bei Kindern mit Migrationshintergrund werden wir in Abstimmung mit den Eltern darauf hinwirken, dass die Kinder eine regelmäßige Förderung in der deutschen Sprache erhalten, bevor sie in die Schule kommen.

Bei Schnupperstunden in der Schule haben die Kinder die Möglichkeit, zukünftige Mitschüler, Lehrer und Räumlichkeiten kennen zu lernen. In Absprache mit den Eltern findet ein transparenter Austausch zwischen den Beteiligten statt.

 
2.2.4  Beobachtung/Entwicklungsdokumentation

Beobachtungen und deren Dokumentationen sind eine wichtige Methode unseres pädagogischen Handelns. Sie ermöglichen einen systematischen Blick auf die individuelle Entwicklung eines jeden Kindes und seines Lernverhaltens. Auf dieser Basis reflektieren und planen unsere PädagogInnen Angebots- und Alltagsgestaltung und entwickeln sie weiter. Eine Beobachtung - gezielt zur Förderung von Kindern - setzt immer eine genaue Kenntnisnahme des Entwicklungsstandes der Kinder voraus. Hierzu ist ein geschulter Blick unserer ErzieherInnen genauso wichtig wie eine standardisierte Beobachtung, um Kinder und Entwicklungsstände vergleichbar zu machen. Wir arbeiten in unseren Krippeneinrichtungen mit der „Entwicklungsbeobachtung und – dokumentation von 3 bis 48 Monaten“ von Koglin, Petermann und Petermann aus dem Cornelsen Verlag.
Zurzeit entwickeln wir individuelle Entwicklungsbögen, die das Prinzip von Kuno Beller ebenfalls mit einbeziehen. Zusätzlich führen wir individuelle Beobachtungen der Kinder durch. Zweimal im Jahr laden wir die Eltern zu einem Gespräch über den Entwicklungsstand ihres Kindes ein. In dieses Gespräch werden auch die Entwicklungsbögen und ihr Ergebnis mit einbezogen.

Diese Gespräche werden protokoliert, im Anschluss erhält jede Familie eine Kopie.

Am Ende der Krippenzeit erhalten die Eltern die Dokumentation der Entwicklungsbögen, auf Wunsch in Kopie, ebenso wie ein Portfolio, ein sogenanntes „Ich-Buch“ ihres Kindes. In diesem Buch wird mit Fotos und kleinen Texten dokumentiert, was die Kinder während ihrer Zeit bei uns alles gemacht haben und wie sie sich weiter entwickelt haben.

Im Waldkindergarten arbeiten unsere pädagogischen Fachkräfte bereits mit der „Entwicklungsbeobachtung und -dokumentation von 48 bis 72 Monaten“ ebenfalls von Koglin, Petermann und Petermann aus dem Cornelsen Verlag. Der Fortsetzungsband für die kindliche Entwicklung zwischen 48 und 72 Monaten ist eine unentbehrliche Arbeitshilfe für die Qualitätssicherung in Kitas und erleichtert eine individuell abgestimmte spezifische Förderung. Dieses Arbeitsmittel wird in den Kindergartengruppen ebenfalls individuell weiterentwickelt. Das Verfahren der Dokumentation und der Elterngespräche wird hier aus dem Krippenbereich übernommen. Es werden zwei Gespräche jährlich geführt und auch hier erstellen die MitarbeiterInnen über die Zeit des Kindes in der Einrichtung eine Dokumentation, die in einem Portfolio, auch hier „Ich-Buch“ genannt, zusammengefasst wird..



2.2.5 Inklusion
 
In der UN-Behindertenkonvention, welche in Deutschland im Jahr 2009 in Kraft trat, wird der Inklusionsgedanke rechtlich verankert. Inklusion steht für Vielfalt und bedeutet, dass alle Menschen mit all ihren unterschiedlichen Fähigkeiten, Fertigkeiten, Einschränkungen, Hintergründen und Lebensgeschichten im Idealfall an allen Bereichen des öffentlichen Lebens gleichberechtigt teilhaben können. Dem Inklusionsgedanken stehen wir als Kindereinrichtung offen gegenüber, d.h. unsere Einrichtung steht grundsätzlich für alle Kinder (und Familien) zur Verfügung. Wir leben eine Kultur des
Miteinanders, die geprägt ist von Anerkennung und Wertschätzung der Vielfalt. Kinder mit besonderen Förderbedarfen oder auch (Forderbedarfen) werden, soweit möglich, in die Alltagsabläufe integriert und ihre besonderen Bedürfnisse werden von unseren Fachkräften berücksichtigt. Wie in allen Bereichen bedarf es gegebenenfalls guter und gründlicher Absprachen und Vorbereitung, um z.B. Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf adäquat betreuen zu können.

Im Kindergarten ist eine Gruppe als Integrationsgruppe vorgesehen, hier können Kinder gesondert und individuell durch dafür geschulte, zusätzliche Fachkräfte gefördert werden.

 




3.  Die Einrichtung

3.1 Der Trägerverein Kinderzentrum Pusteblume Schwülper e.V.

Der Verein „Kinderzentrum Pusteblume Schwülper e.V.“ wurde von den Initiatorinnen im März 2006 gegründet mit dem Ziel, als Trägerverein für die erste Krippengruppe zu fungieren, die am 01.09.2006 eröffnete. Der Verein wird durch einen 3-4köpfigen ehrenamtlichen Vorstand geführt, der jeweils für 2 Jahre gewählt wird.
Als Trägerverein sind wir Mitglied im Dachverband der Elterninitiativen Braunschweigs e.V. (DEB) und nehmen dort das Buchhaltungsangebot, die Fachberatung sowie diverse Informationsarbeitskreise in Anspruch. Der DEB stellt für die MitarbeiterInnen der Mitgliedeinrichtungen ein umfangreiches Fortbildungsprogramm bereit.

Die Eltern der von uns betreuten Kinder haben die Möglichkeit, über eine Mitgliedschaft in unserem Trägerverein ihre Zugehörigkeit zur Einrichtung zu demonstrieren und können darüber aktiv teilhaben. Über 75% der Eltern machen von dieser (nicht verpflichtenden) Möglichkeit Gebrauch..



3.2.   Organisation der Einrichtung

3.2.1 Räumlichkeiten (Planung)

Es gibt 2 separate Bereiche: Krippe und Kindergarten. Beide müssen voneinander zu trennen sein (Schiebetüren, feste Türen).

In der Krippe gibt es 2 Gruppen / im Kindergarten 3 Gruppen.

Die gemeinsame Halle dient zum Ankommen und begrüßt werden, zum Spielen und Toben, für gemeinsame Aktionen von „Großen“ und „Kleinen“, z.B. Singkreise, Ausstellungen, Projekte, Feste, gemeinsames Frühstücksbuffet etc. Die Halle kann auch je nach Thema (Jahreszeiten, Feiern, Themenprojekte,…) entsprechend gestaltet/dekoriert werden. In der Halle hängen die Infotafeln für die Eltern.

Das Büro vorne ist Leitungsbüro, auch die Bereichsleitungen (Krippe, Kita) haben einen Arbeitsplatz (evtl. gleichzeitig Besprechungsraum, Platz für 15 Leute), des Weiteren muss es einen Personalraum geben, der für die Mitarbeiterzahl ausreichend ist.

Die Bewegungshalle hat feste Nutzungszeiten: jede Gruppe hat einen Vormittag für Sport-und Bewegungsangebote zur Verfügung. In der Zeit von 12.30 bis 14.30 Uhr darf die Halle nicht für lautes Spielen oder Sportangebote genutzt werden, da die Krippenkinder dann schlafen.

Lagerräume in ausreichender Größe werden benötigt.

Für die Küche wäre es die schönste Lösung, wenn eine große Küche nach Industriestandards eingeplant wird, in der für alle Gruppen frisch gekocht werden kann. Wenn dies nicht möglich ist, muss die Küche (bzw. müssen die beiden Küchen in Krippe und Kindergarten) Platz für die Lagerung des Geschirrs und aller benötigten Dinge für drei bzw. 2 Gruppen haben.

Auf dem Außengelände muss ein separater Teil für die Krippenkinder abgetrennt werden, da die
Gefährdung für die „Kleinen“ bei Vermischung mit den „Großen“ zu groß ist.
Es wird ein großer Schuppen zur Aufbewahrung von 2 Krippenwagen, diversen Kinderfahrzeugen und Spielgeräten benötigt..

 

3.2.2 Gruppen/Öffnungszeiten

Die Kindertagesstätte öffnet um 07:15 Uhr (ein Frühdienst kann um 07:00 Uhr eingerichtet werden, wenn Bedarf in ausreichender Höhe angemeldet wird).

Die Krippengruppen sind bis 15:00 Uhr bzw. bis 16:00 Uhr vorgesehen, wobei durch Zusammenlegung der beiden Gruppen ab 15:00 Uhr (siehe auch die anderen 2-gruppigen Krippenstandorte) in beiden Gruppen auch Kinder bis 16:00 Uhr angemeldet werden dürfen. 20 Stunden pro Woche müssen mindestens gebucht werden, die Stunden dürfen aber nach dem Flexibilitätskonzept der Pusteblume variabel gebucht werden (es müssen z.B. nicht an jedem Tag dieselben Zeiten gebucht werden).

Die Kindergartengruppen haben unterschiedliche Zeiten: 1 Gruppe bis 14:00 Uhr, eine Gruppe bis 15:00 Uhr und 1 Gruppe bis 16:00 Uhr (n. Bed.). Kinder, die nur einen halben Platz benötigen, können bis 12.00 Uhr (12.30 Uhr, 13.00 Uhr) angemeldet werden. Wenn Kinder aus der 14:00 Uhr-Gruppe

längeren Betreuungsbedarf haben, müssen sie am Nachmittag die Gruppe wechseln, sofern dies die Höchstzahl in der Gruppe nicht übersteigt.

Nach Bedarf kann ein Spätdienst bis 16:30 Uhr angeboten werden, dieser soll als gemeinsamer Spätdienst von Krippe und Kita gestaltet werden.

Zusatzstundenkontingente für kurzfristige Mehrbetreuungszeiten können bei der PUSTERBLUME durch die Eltern gekauft werden. Die Berechnung der Zeitstunden erfolgt analog der Beitragstabelle der Gemeinde Schwülper, das Geld wird bei der Jahresbescheinigung den Beitragssummen zugerechnet und so auch verbucht.

Die Krippengruppen sind drei Wochen im Sommer geschlossen. Es gibt keine Notbetreuung! Die Kindergartengruppen sind i.d.R. drei Wochen im Sommer geschlossen, allerdings würde die Kita sich dem Verbund der anderen Schwülperaner Kitas anschließen wollen, wo in jedem Jahr eine andere Kita die Notbetreuung anbietet.

Zwischen Heiligabend und Neujahr bleibt die Einrichtung geschlossen.

An Brückentagen findet eine Bedarfsabfrage in allen Gruppen statt, es werden Gruppen zusammengelegt.

 

3.2.3 Aufnahmekriterien

Aufgenommen werden von uns in erster Linie Kinder aus der Gemeinde Schwülper, aber auch, wenn Plätze frei sind, aus den Nachbargemeinden innerhalb des Landkreises Gifhorn oder der Stadt Braunschweig. Der finanzielle Ausgleich wird über die Kommunen geregelt.

Aufgenommen werden Kinder ab ca. 8 Monaten (Ausnahmen bedürfen der vorherigen Absprache).
Bevorzugt aufgenommen werden vor allem Kinder von Alleinerziehenden, von Auszubildenden und Berufstätigen. Geschwisterkinder haben gegenüber anderen Kindern bei gleichen Voraussetzungen Vorrang. Ansonsten gilt das Anmeldedatum. Die Kinder werden zentral in der PUSTEBLUME angemeldet. Die Platzvergabe in den Krippen erfolgt in Absprache mit Leitung und Verwaltung. Maßgaben sind: Wohnort, Altersstruktur, Geschwister, soziale Kriterien.

ALLE in Walle wohnenden Kinder, die einen Krippenplatz haben, haben damit auch den KiGa-Platz sicher, d.h. der Betreuungsvertrag muss entsprechend formuliert sein. Krippenkinder, die NICHT in Walle wohnen, können sich wie andere „Externe“ für einen Kitaplatz anmelden, bei mehr Anmeldungen als freien Plätzen wird nach o.g. Maßgaben oder notfalls per Los entschieden.

Krippenkinder, die aus Walle sind, dort aber keinen Krippenplatz bekommen haben, dürfen nicht benachteiligt werden gegenüber Kindern aus anderen Ortsteilen, die in der Krippe Walle sind. Diese Dinge müssen mit den Eltern gleich bei Vertragsabschluss festgelegt werden.

Wir nehmen ganzjährig Kinder auf, sofern ein Platz frei ist. Aufgrund der Platzvergabe in den Kindergärten können die meisten Plätze bei uns zum Beginn des Kindergartenjahres (August/September) oder zum Jahresbeginn (Januar bis März) besetzt werden. Sind wir nicht in der Lage, ein Kind sofort aufzunehmen, führen wir eine Warteliste.



3.2.4 Tarife

Die Betreuungsbeträge für einen Krippen-oder Kindergartenplatz werden durch den Gemeinderat jährlich festgelegt. Die Beitragshöhe richtet sich nach dem Bruttojahreseinkommen beider sorgeberechtigten Elternteile. Geschwisterermäßigung wird gewährt, wenn mehr als ein Kind in einer Kindertagesstätte in der Gemeinde Schwülper betreut wird. Ein Antrag auf Beitragsermäßigung muss bei der Einrichtungsleitung oder direkt bei der Geschäftsführung/Verwaltung eingereicht werden.

Die jeweils aktuelle Beitragstabelle kann auf der Homepage der PUSTEBLUME eingesehen werden.



3.2.5 Personal

Für die Krippengruppen sind die Betreuungszeiten doppelt zu besetzen, darüber hinaus gibt es Drittkräfte mit aktuell 26 geförderten Wochenstunden die Stundenzahl erhöht sich jährlich). Somit werden pro Krippengruppe mindestens 3 Betreuungskräfte benötigt.

Für die Kita-Gruppen ist eine Doppelbesetzung während der Betreuungszeiten vorgesehen. In der Integrationsgruppe wird zusätzliches Personal eingesetzt.

Die MitarbeiterInnen sind festen Gruppen zugeordnet. Die Hausleitung ist vom Gruppendienst freigestellt.
Die beiden Bereiche stellen je eine Bereichsleitungskraft (im Gruppendienst tätig), die mit je 2 Freistellungsstunden auch als stellvertretende Leitung fungieren.

Es wird eine flexible Vertretungs-bzw. Springerkraft mit festem Wochenstundensatz (25) benötigt, diese ist für alle Gruppen zuständig und kann überall eingesetzt werden. Es wird eine FSJ-oder BFD- Stelle beantragt.
Die Reinigung erfolgt über eine Firma oder in Mischform (Reinigungskraft + Firma).

Die MitarbeiterInnen sind alle bereit, sich - auch bereichsübergreifend - gegenseitig zu vertreten.
Berufsbilder, die bei uns eingesetzt werden können: SozialpädagogInnen, ErzieherInnen, KinderpflegerInnen, SozialassistentInnen, ErgotherapeutInnen, KindheitspädagogInnen, Integrations- fachkräfte, HeilpädagogInnen, Fachkräfte mit Zusatzausbildungen (Kunstpädagogik, Kinderschutz, Mediation u.a.)

Die MitarbeiterInnen in der PUSTEBLUME werden orientiert am SuE-Tarif des TVöD bezahlt. Im November wird mit dem Gehalt eine Sonderzuwendung in Höhe von 80%-90% des durchschnittlichen Bruttogehaltes ausgezahlt.

Des Weiteren bieten wir allen ArbeitnehmerInnen eine betriebliche Altersversorgung in Form einer Direktversicherung bei der Canada Life an.

Es werden 29 Tage Erholungsurlaub gewährt (bei Bedarfsschutz oder für Ü54-MitarbeiterInnen 30 Tage), davon sind drei Wochen während unserer Sommerschließzeit zu nehmen.

 

3.2.6 Schweigepflicht

Wir unterliegen einer Schweigepflicht gegenüber der Familie, aber besonders gegenüber dem Kind. Alles uns Anvertraute wird von uns nicht an Dritte weitergetragen, so dass von unserer Seite aus eine vertrauensvolle Beziehung aufgebaut werden kann. Ebenso unterliegen die Eltern dieser Schweigepflicht: interne Informationen über andere Familien, Mitarbeiter/innen oder einrichtungsinterne Angelegenheiten dürfen nicht weitergegeben werden. Die Einhaltung der Schweigepflicht wird bei Vertragsabschluss unterzeichnet.

 

3.2.7 Kündigung

Der Krippen-oder Kindergartenplatz kann ausschließlich per Monatsende mit einer Frist von drei Monaten schriftlich gekündigt werden. Wird ein Krippen-oder Kindergartenplatz ohne Kündigung oder vor Ablauf der Kündigungsfrist nicht mehr beansprucht, muss der Tarif für die verbleibende Zeit gleichwohl bezahlt werden, es sei denn, der Platz kann über ein nachrückendes Kind unmittelbar wieder belegt werden.

Bei Rücktritt vor dem definitiven Eintrittsdatum nach Abschluss des Betreuungsvertrages sind die Eltern verpflichtet, eine vertraglich festgelegte Entschädigung zu entrichten.

Die Mitgliedschaft im Trägerverein bedarf einer gesonderten Kündigung!

Kündigungsrecht der Einrichtung

In begründeten Fällen – etwa bei grober Missachtung der vertraglich festgelegten Bedingungen, bei Nichteinhaltung der Zahlungsverpflichtungen oder anderer nicht regelbarer Unstimmigkeiten – ist die Einrichtung berechtigt, eine Kündigung auszusprechen. Dies kann auch kurzfristig geschehen, sofern andernfalls eine Beeinträchtigung des reibungslosen Einrichtungsbetriebs und des Wohlbefindens der Kinder, MitarbeiterInnen oder anderer Eltern zu befürchten ist.

 

3.3 Kooperationen / Vernetzung

Das Kinderzentrum Pusteblume ist ein fester und integrierter Bestandteil des Gemeindelebens in Schwülper. Als in Schwülper gegründeter und ansässiger Verein und mittlerweile relativ großer lokaler Arbeitgeber (mit einem hohen Anteil an MitarbeiterInnen, die hier in der Gemeinde leben) ist es uns ein Anliegen, uns aktiv in das Gemeindeleben einzubringen. Wir arbeiten gerne und häufig mit anderen Institutionen in der Gemeinde zusammen: mit der St. Nikolausgemeinde (Adventsvormittage in der Kirche, ...), mit dem Verein „Tageseltern im Papenteich e.V., mit dem Jugendhaus, mit den Sportvereinen, mit der Grundschule Schwülper und der OBS Papenteich, mit der Ortsfeuerwehr (Besuch der Gruppe bei der Feuerwehr, Unterstützung bei Laternenfesten), mit dem Verein „Dorf und Leben e.V.“ (Teilnahme am Weihnachtsmarkt mit einem Bastelstand), mit den Kindertagesstätten, mit der Seniorenresidenz u.a.. Außerdem sind VertreterInnen der PUSTEBLUME bei der Bürgerinitiative

„Walle für Alle“ aktiv beteiligt.

Des Weiteren arbeiten wir fachlich mit der interdisziplinären Frühförderung und den Stützpädagogen des Landkreises Gifhorn zusammen, ferner mit dem Landesbildungszentrum für Hörgeschädigte sowie mit den berufsbildenden Schulen im Umkreis. Außerdem findet ein Austausch mit anderen Krippen der umliegenden Gemeinden statt.

Wir sind als Einrichtung Mitglied beim Dachverband der Elterninitiativen BS e.V. organisiert, auch hier findet eine großflächige Vernetzung und Zusammenarbeit mit anderen Kitas statt, z.B. über die Teilnahme an verschiedenen Arbeitskreisen, der Teilnahme an Fortbildungen und Studientagen und der Inanspruchnahme der Fachberatung für alle Mitarbeiter/innen.




Schlusswort

Ein Konzept ist in ständiger Weiterentwicklung begriffen. Dies ist gut so und gewollt. Dinge können sich ändern, Voraussetzungen, Rahmenbedingungen und natürlich die unterschiedlichen Menschen, die eine Idee entwickeln, mittragen, mitgestalten und mit verändern. Aus diesem Grund erhebt auch das vorliegende Konzept keinen Anspruch auf Endgültigkeit. Es wurde erstellt, um die pädagogische Grundlage für eine fünfgruppige Kindertageseinrichtung für Krippen- und Kindergartenkinder in Walle unter Berücksichtigung unserer pädagogischen Grundsätze zu schaffen.

An dem vorliegenden Konzept haben die pädagogischen MitarbeiterInnen der Einrichtung Walle sowie die Mitglieder des Vorstands mitgearbeitet. Wir sind bereit, die erarbeiteten Inhalte in der Praxis umzusetzen, mit Leben zu füllen und gegebenenfalls anzupassen.


Schwülper, im Oktober 2017

Vorstand und MitarbeiterInnen der Pusteblume

 

 

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